Pflege deine Darmbakterien!

Grundlage des heutigen Artikels:

Ein sehr interessantes Buch des kürzlich verstorbenen Naturheilpraktikers Günther Wolfgang Schneider.

Zunächst einmal: Warum ist der Darm so wichtig?

– Der Darm ist die Pforte, durch die gegessene Nahrung in den Körper aufgenommen und verarbeitet wird. Funktioniert unser Darm, funktioniert auch der Stoffwechsel

– 70% unseres Immunsystems sind in und am Darm angesiedelt. Unsere Darmgesundheit entscheidet also maßgeblich über unsere Gesundheit

– Unser Darm enthält verhältnismäßig viele Nervenzellen. Diese bilden ein eigenständiges Netzwerk und sind mit dem Rest unseres Körpers in Kontakt. Sie können unabhängig vom Gehirn arbeiten. An unserem „Bauchgefühl“ ist also durchaus etwas Wahres dran.

Biotop Mensch:

Der Autor ist ein Naturheilkundler. Er behandelt die Bakterien in und um uns.

– Seine Kernthesen:

  • In unserem Körper tummeln sich 10-mal mehr Bakterien und andere Einzeller als körpereigene Zellen (Reines Einzellergewicht eines Menschen: ca. 2kg). Man kann unseren Körper also eigentlich als einen Superorganismus aus Bakterien und menschlichen Zellen betrachten. Optimale Gesundheit kann also nur herrschen, wenn die Bakterien in unserem Körper glücklich sind.
  • Unser Körper besteht aus 80% Wasser. Hauptsächlich ist das Lymphe (Zwischenzellflüssigkeit) und Blut. Bildlich betrachtet ist unser Körper also auch ein Teich, in dem unsere Zellen (und Bakterien) herumschwimmen. Und wir haben in der Hand, ob dieser Teich ein perfekt funktionierendes und blühendes Ökosystem ist oder eine Kloake.

Was entscheidet, ob unser Teich vermüllt ist? In welchem Wasser fühlen sich Fische nicht wohl?

  1. Es ist zu sauer. Durch unsere Nahrung und andere im Buch behandelte Faktoren, u.a. Stress, kann unser Körper versauern. Stichwort Säure-Base-Haushalt. Ist unser Teich zu sauer, kippt er quasi. Der Stoffwechsel lässt nach, körpereigene Abfallprodukte können nicht mehr richtig abgebaut oder abtransportiert werden, das Immunsystem wird geschwächt, das Wasser wird dickflüssiger. Und so fühlen wir uns dann auch. Dick.
  2. Es ist zu sauer. Um das noch einmal zu betonen. Viele (Stoffwechsel-)Krankheiten beruhen darauf, dass das Säure-Basen-Gleichgewicht aus dem Ruder geraten ist. Im Buch hier ist das die Grundlage allen Übels, dass unser Körper zu sauer ist.

[Anmerkung hier: Säurebildende Nahrungsmittel sind Kaffee,schwarzer Tee, Früchtetee, Zucker, Getreide, Schokolade, tierische Produkte wie Eier, Fleisch, Fisch, Käse. Basenbildend sind fast alle Obst-/Gemüsesorten (bis auf ein paar Ausnahmen wie Rosenkohl oder Schwarzwurzel), grüner Tee, Kräutertee, Dinkel, Milch, Joghurt. Neutral sind Fette und Öle sowie Wasser.]

Fühlen sich die Bakterien nicht mehr wohl in unserem Körper, reagieren sie auf ihre Umwelt. Ihr Stoffwechsel ist nicht immer gleich. E.coli z.B. ist in der Lage, Glucose sauber zu verstoffwechseln, oder aber zu Essigsäure und Milchsäure. Das spüren wir dann am Durchfall. Damit unsere Bakterien uns nicht schaden, sondern uns unterstützen, sollten wir ihnen ein optimales Nährmedium bieten. Und das darf nicht sauer sein. Ein ausgeglichenes Säure-Base-Verhältnis in der Nahrung ist also notwendig. Außerdem: Ballaststoffe. Diese brauchen unsere Darmbakterien zum Leben. Teilweise gewinnen sie aus ihnen auch für uns lebensnotwendige Stoffe, wie Vitamin K und Biotin.

  • Stress ist einer der größten Säureproduzenten. Es ist also wichtig, den Stress in unserem Leben auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Es ist wichtig, unsere Darmbakterien durch probiotische (Mikroorganismen enthaltende) oder präbiotische (unverdauliche Ballaststoffe) Nahrungsmittel in ihrer Wirkweise zu unterstützen. Dabei wird auch Wert auf hochwertige Nahrungsmittel gesetzt, die von Bakterien hergestellt wurden, wie z.B. Naturjoghurt und Apfelessig. Sie sind, in den Augen des Autors, biologisch hochwertig.
  • Viel trinken! Damit unsere Lymphe/Blut nicht zu dickflüssig werden und damit Gifte leichter aus dem Körper gespült werden können. Am besten früh direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser noch bevor es ins Bad geht. Direkt nach dem Bad dann noch ein Glas Wasser. Über Nacht entgiftet unser Körper, diese Gifte müssen aus dem Körper gespült werden. Das Wasser wirkt dabei unterstützend.

Inwiefern das mit den Prinzipien der Paleo-Ernährung vereinbar ist, sei dahingestellt. Milchprodukte sind sowieso ein Streitthema. Ich persönlich halte von selbstgemachtem (laktosefreien) Naturjoghurt viel. Ich merke den positiven Effekt auf meinen Darm. Und ich merke den Unterschied zu Milch. Ich kann also verstehen, dass ein Joghurt eine biologische Aufwertung von Milch ist.

Der Autor zeigt auch auf, die man die Gesundheit seiner Darmbakterien untersuchen kann:

  • Bauchgefühl. Wie gebläht ist der Bauch? Wie fühlt er sich an? Wie laut ist er?
  • Stuhl! Die Konsistenz unseres Stuhls sagt sehr viel über unseren Darm aus. Dabei der beste Indikator: Hinterlassenschaften am Klopapier. Stellt euch das so vor: Je schleimiger der Stuhl, desto mehr bleibt auch am Klopapier zurück. Diese braune Schlacke hängt aber auch im Darm fest. Wenn sich der Nahrungsbrei Richtung Mastdarm vorarbeitet, verändert er seine Konsistenz. Die entstehende braune Schlacke überzieht dabei die Darmoberfläche mit einer Schleimschicht, die es unseren Darmzellen (den Zotten) und den Darmbakterien, die dort leben, unmöglich macht, zu arbeiten/Stoffe aufzunehmen. Sie ersticken quasi.  Also: Je weniger am Klopapier hängen bleibt, desto besser. Und je fester der Stuhl, desto besser für unseren Darm.

Fazit:Ich habe diese Ratschläge befolgt und darauf geachtet, gut zu meinen Darmbakterien zu sein, hin und wieder Probiotisches zu essen, viel zu trinken, viele Ballaststoffe. Und die Ergebnisse waren verblüffend: Es ging meinem Darm tatsächlich besser, und das mit dem Klopapier, so bescheuert es auch klingen mag, stimmt tatsächlich. An 5-6 Tagen in der Woche bräuchte ich kein Klopapier mehr. Hut ab! Ich hätte nicht gedacht, durch so ein paar Kleinigkeiten solche Veränderungen zu erreichen. Darm gut, alles gut 😉

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