Fast-Food beeinträchtigt unser persönliches Glücksempfinden

Das Leben in der heutigen Zeit wird immer schneller. Die Menschen haben weniger Zeit zwischendurch, hetzen von A nach B und versuchen, so viel wie möglich zu erledigen mit der wenigen Zeit, die ihnen bleibt.

Das Essen bleibt dabei häufig links liegen. Ein Trend, der das bestätigt, ist das „To-Go-Essen“, also Essen zum Mitnehmen, das man nicht mehr nur in Schnellimbissen oder Fast-Food-Ketten findet, sondern mittlerweile auch in etablierten Restaurants. „Rinderfilet-To-Go“ oder auch“Cocktails-To-Go“ sind so keine Seltenheit mehr. Selbst, um sich mit Freunden in eine Bar zu setzen, bleibt uns anscheinend keine Zeit mehr. Nein, ganz so krass ist es natürlich nicht. Aber der Trend nimmt stetig zu.

Dabei ist Essen eines unserer grundlegendsten Bedürfnisse, für das man sich Zeit nehmen sollte. Frei nach Sebastian Kneipp, einem der Begründer der Naturheilkunde:

„Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“

Was, bitte, soll bitte der Unterschied sein, ob ich mein Hamburger unterwegs esse oder mir dafür Zeit nehme? Es sind doch die selben Inhaltsstoffe drin.

Ganz so einfach ist es nicht. Unser Körper ist nicht nur eine biochemische Maschine. Wir Menschen sind auch empfindsame Wesen.

Eine Studie (s.Quelle) hat die Zusammenhänge von Zeit, die man sich beim Essen nimmt, sowie die Art des Essens auf unser Glücksempfinden untersucht:

– Zuerst wurden die Studienteilnehmer in 2 Gruppen mit dem selben Essen konfrontiert (Hamburger und Kaffee), einmal in typischen McDonalds-Verpackungen (Plastik und Pappe), einmal auf einem Keramikteller und einer Tasse

-Anschließend (den Teilnehmern wurde gesagt, es sei eine von der ersten unabhängige Studie) sollten die Teilnehmer ihr persönliches Glücksempfinden bewerten, wobei der Hälfte vorher schöne Naturbilder gezeigt wurde)

Ergebnisse:

– Teilnehmer, die vorher Naturbilder gesehen hatten, schätzten sich glücklicher ein als jene, die keine Naturbilder gesehen hatten. Teilnehmer, die vor den Naturbildern das Essen in McDonalds-Verpackung gesehen hatten, waren dabei „unglücklicher“ als der Rest, bei denen das Essen schön angerichtet war

Big Mac venduto in Giappone.Burger deluxe - selbst gemacht

– Teilnehmer, die keine Naturbilder gesehen hatten, bewerteten ihr Glücksempfinden nahezu unabhängig von der Art der Aufbereitung des Essens.

Das ist zunächst verwunderlich. Allerdings kommt Punkt 1 der Ergebnisse zu einem eindeutigen Schluss:

 „Laut Autoren führt die Konfrontation mit Fast Food somit nicht allgemein zu weniger Glücksgefühlen. Sie beeinträchtigt aber das Genießen schöner Augenblicke.“

Dies ist wiederum auf die Ungeduld zurückzuführen, die wir verspüren, wenn wir mit Fast-Food konfrontiert werden. Fast-Food ist die Versinnbildlichung unserer ungeduldigen und schnellen Gesellschaft. Wer sich keine Zeit für sein Essen nimmt, nimmt sich somit auch keine Zeit, die schönen, kleinen Dinge im Leben zu genießen. Dies führt zu einem verminderten Lebensgefühl und Glücksempfinden. Und das nur durch Sehen des Fast-Foods, nicht durch das Essen. Wie sich dieses Essen auf unseren Körper und Geist auswirkt, ist eine andere Geschichte (und ein anderer Artikel wert).

Schade, dass Fast-Food-Symbole und -Essen allgegenwärtig sind. Kein Einkaufsbummel, ohne an mindestens einem McD. oder KFC vorbei zu kommen. Und sofort wird der Mensch ungeduldig. Sich dagegen zu wehren, erscheint kaum möglich.

Mit dem Wissen, dass selbst das Sehen von Fast-Food Glücksempfinden sinkt und Ungeduld steigt, könnte man eine Gegenoffensive starten: 

Immer, wenn man mit Fast-Food konfrontiert wird und das oben Beschriebene eintreffen sollte, halten wir kurz inne und denken an etwas Schönes. Oder blicken uns kurz um und suchen etwas Schönes.

So gehen wir mit mehr Aufmerksamkeit -selbst für die kleinen Dinge- durchs Leben und lassen uns vom großen M weniger beeinflussen.

[Quelle: http://www.forschung-erleben.uni-mannheim.de/?q=node/1135 ]

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