Olivenöl – Das Öl deiner Wahl!!

In meinen letzten Artikeln habe ich euch erläutert, warum Rapsöl eine eher schlechte Alternative zum Kochen ist [Links gibt es hier und hier]. Auf die selbe schlechte Wellenlänge mit Rapsöl kann man die meisten erhältlichen pflanzlichen Öle setzen, wie Sonnenblumenöl oder Distelöl. Da kommt doch direkt die Frage auf: Welches Öl soll ich dann zum Kochen benutzen?

Ich habe heute die Antwort für euch: Olivenöl!

Bis vor ein paar Jahren (Rapsöl gibt es erst „seit kurzem“) hatte Olivenöl quasi die Monopolstellung, wenn man hitzestabiles Öl zum Kochen verwenden wollte. Dann kam billiges Rapsöl angeritten, ein paar Pseudo-wissenschaftliche Studien dazu, die sagen, warum Rapsöl viel besser UND günstiger als Olivenöl ist, und zack – die Leute kaufen nur noch Rapsöl. Leider. Denn Rapsöl ist nicht nur künstliches Öl, es ist auch ungeeigneter zum Kochen als Olivenöl. Es ist nur billiger. Aber wie lange kommt man mit einer Flasche Öl hin? Wochen bis Monate – da machen die 2€ mehr pro Flasche keinen großen Unterschied, wie ich finde.

 Olivenöl hinkt in Verkaufs- und Vebrauchszahlen leider den billigeren Alternativen hinterher – obwohl es viel gesünder ist.

 

Marktgraphik_Öl_verbrauch

 

Warum soll Olivenöl jetzt so überragend als Kochöl sein? Ein Blick auf die chemische Zusammensetzung:

smiling-chef-holding-a-bottle-of-olive-oil

Fette: Gesättigte Fettsäuren 13,7%, einfach ungesättigte Fettsäuren 73%, Omega-6-Fettsäuren 9,7%, Omega-3 Fettsäuren 0,76%
Vitamine: 100g Olivenöl enthalten 75% des täglichen Vitamin K- und 72% des täglichen Vitamin E-Bedarfs [1]

Dazu kommen einige Mineralstoffe und Stoffe in Spuren.

Was kann man da herauslesen?

 

Einfach ungesättigte Fettsäuren:

Wie erwähnt, ist Olivenöl (neben Rapsöl) mit das einzige Öl (Avocadoöl habe ich zum Kochen noch nie verwendet), das sehr reich an einfach ungesättigten Fettsäuren ist. Die dabei am häufigsten vorkommende Säure ist die Ölsäure. Dieser werden eine ganze Reihe von gesundheitsförderlichen Effekten nachgesagt:

  • Ölsäure wirkt apoptotisch auf Brustkrebszellen, was heißt, es treibt Brustkrebszellen in den Selbstmord [2][3]
  • Sie wirkt entzündungshemmend [4]
  • Sie wirkt cholesterinsenkend [5] und verbessert allgemein die Blutfettwerte [6]

Das sind doch schon einmal vier gute Gründe 🙂

 

Vitamin K:Vitamin-K_popeye

Ein eher unbekannteres Vitamin. Neuere Studien haben aber ergeben, dass man es als ebenso wichtig für gesunde Knochen einstufen sollte wie Vitamin D [7] [8]. Außerdem ist es wichtig für die Blutgerinnung, z.B. wenn ihr euch schneidet, damit ihr nicht daran verblutet. Olivenöl enthält sehr viel Vitamin K. Andere gute Quellen dafür sind unter anderem Grüngemüse und Tierprodukte.

 

 

Vitamin E:vitamin-E

Die enthaltenen Mengen sind vergleichbar mit anderen Speiseölen. Vitamin E ist im Fett ein wichtiger Oxidationsschutz. Ohne diesen Schutz reagieren die Fette mit Luftsauerstoff und werden ranzig. So wird das Olivenöl länger haltbar und in der Pfanne hitzeresistenter. Im Körper ist Vitamin E auch ein Oxidationsschutz, diesmal aber nicht in der Pfanne, sondern in der Zellwand. Es schützt unsere Zellen vor freien Radikalen. [9]

 

 

 

Soweit, so gut. Bis hierher ist Olivenöl noch gut mit Rapsöl vergleichbar. Der Grund, warum es das Rapsöl aber aussticht, liegt in den Mikronährstoffen, genauer gesagt in den Antioxidantien. Rapsöl enthält aufgrund der chemischen Aufbereitung und der jahrelangen Züchtung sehr wenig  davon (ich spreche jetzt nicht von Vitamin E). Die 3 häufigsten im Olivenöl haben die tollen chemischen Namen Oleocanthal, Oleuropein und Hydroxytyrosin. Sie sind für den leicht bitteren Geschmack von Olivenöl verantwortlich. Aber was macht sie so „special“?

  •  sie wirken stark antioxidativ [10]
  •  Sie wirken antibakteriell und töten damit die schlechten Bakterien im Mund, Magen und Darm ab [11]
  •  Oleuropein wirkt ebenfalls cholesterinsenkend und vergrößert die Oxidationspersistenz von LDL (Einem Fett- und Cholesterintransporter im Blut). Oxidiertes LDL ist Hauptverantwortlicher für Atherioskerose. Oleuropein ist ein wirksamer Schutz dagegen. [12]
  •  Oleocanthal hemmt im Körper ein Enzym namens Cyclooxigenase (COX). Indem es dies tut, wirkt es wie Ibuprofen als Entzündungshemmer und als natürliches Schmerzmittel. 50g Olivenöl entsprechen einer 10%igen Dosis Ibuprofen. Das ist nicht sehr viel, fühlt sich aber sehr angenehm an. [13][14]
  •  Oleocanthal wirkt außerdem neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer entgegen [15]

Das sind die Wirkungen einzelner Wirkstoffe im Olivenöl. Man muss all die chemischen Stoffe aber auch als Ganzes, als Nahrungsmittel untersuchen. Dazu gibt es noch weitere Ergebnisse:

  •  Olivenöl fördert die Denkfähigkeit und verringert das Risiko auf geistige Erkrankungen [16]
  •         “           wirkt vorbeugend gegen Schlaganfall [17]
  •  Die im Olivenöl enthaltenen Polyphenole steigern womöglich den Gehalt an Stickoxiden im Blut, diese wirken   blutdrucksenkend [18][19]
  •  Olivenöl wirkt antithrombotisch [20]
  •        “            senkt Risiko auf Herz-Kreislauf-Krankheiten [21]

 

 

Immer noch nicht überzeugt? Ich sammel einfach mal die oben genannten Vorteile von Olivenöl, in der Summe wirken sie noch einmal besser: Olivenöl wirkt:

– blutdrucksenkend, cholesterinsenkend, antioxidativ, entzündungshemmend, antibakteriell, antithrombotisch, gegen Herz-Kreislaufkrankheiten, gegen Alzheimer, fördert kognitive Leistungen, wirkt Schlaganfall entgegen, gegen Brustkrebs, gegen Schmerzen.

Jetzt überzeugt? Na, also 🙂

Die gesundheitlichen Nutzen umfassen ein sehr breites Spektrum. In der Antike wurde Olivenöl als Heilmittel verschrieben, ihr versteht jetzt sicher, warum. Um möglichst viel Nutzen aus dem Öl zu ziehen, empfehle ich immer, schonend zu kochen/braten, damit möglichst wenig der enthaltenen Stoffe zerstört werden.

olives

Ich wünsche ein schönes Wochenende 🙂

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