Infektionskrankheiten vorbeugen: Die 2 Ansätze der Medizin

Guten Morgen 🙂

heute habe ich ein paar leckere Häppchen zum Start ins Wochenende. Sie werden euch helfen, unsere Medizin und euren Körper besser zu verstehen bezüglich den meisten üblichen Krankheiten, besonders Infektionskrankheiten.keime

Ich finde, dass man mit diesen Basics Krankheiten besser verstehen und vorbeugen kann.

 

Dazu ein wenig Geschichte:

Im Frankreich des 19. Jahrhunderts gab es 2 führende Mikrobiologen: Louis Pasteur und Antoine Bechamp. Zuerst befreundet, wurden sie später zu erbitterten Konkurrenten wegen ihren verschiedenen Thesen zur Entstehung von Infektionskrankheiten. Zugegeben, ihre Thesen sind sehr unterschiedlich, aber wie so oft in der Geschichte, wäre es besser gewesen, sein Ego zu begraben und sich mit dem Konkurrenten zusammen zu tun, denn die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Von diesen 2 Mikrobiologen stammen also die 2 wesentlichen Ansätze, die unsere Medizin noch heute prägen:

 

Pasteurs „Keimtheorie“:

Pasteur legte seinen Thesen – grob vereinfacht – zugrunde, dass jeder menschliche Körper gleich war. Ob er krank wurde oder nicht, entschied die Tatsache, wieviele Keime in ihn gelangen. Wenn ihr in der U-Bahn angeniest werdet und genug Keime abbekommt, werdet ihr krank. So einfach. Pasteur entwickelte daher Methoden für die Medizin und die Lebensmittel(industrie), um die Keime, mit denen wir in Kontakt kommen, weitestgehend zu reduzieren. Daraus entstanden sind später Desinfektions- und pasteurisierte milchSterilisierungsmethoden mit Ethanol (Alkohol) und Isopropanol (riecht nach Arztpraxis) oder mit Hitze (Abkochen, Pasteurisieren). Daher auch der Name Pasteurisieren (z.B. bei Milch): Kurzes und hohes Erhitzen der Milch tötet im Idealfall alle Bakterien ab.

Diese Methoden prägen unsere Krankenhäuser bis heute. Steriles Arbeiten ist oft von hoher Wichtigkeit für alle Beteiligten.

 

Bechamps Theorie vom“Nährboden“:

Bechamp fing etwas früher mit der Mikrobiologie an als Pasteur und gilt manchmal auch als sein „Vorläufer“. Er hatte ein paar verrückte Ideen wie z.B., dass sich tierische Zellen nach ihrem Tod in Bakterien verwandeln können (Theorie der Vielgestaltigkeit). Das ist natürlich nicht möglich 😉

Im Gegensatz zu Pasteur ging sein Fokus zum Thema Infektionskrankheiten nicht so stark auf die Erregerkeime, sondern auf unsere Körper selbst. Er sagte, dass jeder Körper verschieden ist: Das Immunsystem, der Darm, die Haut, die Lymphe, das Blut, …gloved hands with the laboratory tubes

Wenn wir mit Keimen in Kontakt kommen, entscheidet nicht die Menge der Keime, ob wir krank werden, sondern der Nährboden für die Keime, unser Körper, ob wir krank werden. In einem geschwächten Körper mit geschwächtem Immunsystem können sich Erreger natürlich leichter ausbreiten als in einem gesunden. Wenn ein erkälteter Mensch in der U-Bahn 10 Leute anniest, werden nur 2 von ihnen krank. Diese hatten eben einen guten Nährboden für die Keime. Nach Pasteur hätten alle 10 (mit der selben „Ladung“ Keime) krank werden müssen. Hier liegt der entscheidente Unterschied zwischen den 2 Ansätzen.

Auf Bechamps Theorie beruht ein guter Teil der Naturheilkunde. Sie versucht, unsere Körper mit der richtigen Ernährung und anderen Dingen so weit zu stärken, dass wir robust genug sind, Keimen zu widerstehen.

 

Wer von beiden hat denn nun recht?

Hätte Pasteur nicht recht, könnten wir unsere Lebensmittel nicht lange haltbar machen und dann noch essen, da sich sonst Schimmel, Clostridien und andere eklige Dinge dort breitmachen würden. Außerdem würden wir uns bei jedem Arztbesuch mit irgendwas infizieren.

Hätte Bechamp nicht recht, würden wir ständig krank sein, wenn wir mit vielen Menschen in Kontakt kommen. Außerdem müssten ein Mensch, der 3x am Tag zu McDonalds geht, und ein Mensch, der nach Paleo-Richtlinien lebt, gleich oft krank sein. Das kann nicht sein, oder?

Ich schlage also vor, dass in ihren Grundzügen beide recht haben, aber die Wahrheit in der Mitte anzutreffen ist, da nicht beide gänzlich recht haben und den anderen nicht vernachlässigen dürfen. Wie ich vorhin sagte, wäre es sinnvoller gewesen, die 2 hätten sich verbündet, anstatt sich zu bekämpfen, zum Wohle der Menschheit. So haben sich weitgehend Pasteurs Thesen durchgesetzt.

ehec-keime

Was bedeuten diese 2 Ansätze nun für mich?

Beide Ansätze sind wichtig und sollten uns im Hinterkopf bleiben. Wenn wir uns vor Infektionen schützen wollen, müssen wir beide anwenden:

– Versucht stets, nicht mit mehr Keimen in Kontakt zu kommen, als nötig. Wenn ihr unterwegs seid, fasst nicht alles an, wascht euch ordentlich die Hände

– sind eure Hände „belastet“, haltet sie von Gesicht und Mund fernniesender mensch

– folgt den Ansätzen einer gesunden Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig verarbeiteten und schädlichen (z.B. Zucker, Getreide) Lebensmitteln

– stärkt stetig euer Immunsystem durch entsprechende Reize: geht auch mal bei Regen joggen, duscht euch kalt ab. Dazu ein passender Artikel: Reize setzen

– hört auf euren Körper, euren Darm. Eure Gesundheit spielt sich hauptsächlich am und im Darm ab. Achtet also auf präbiotische (reich an löslichen Ballaststoffen) und probiotische (gute Bakterien enthaltende) Lebensmittel und trinkt viel Tee und esst überwiegend basisch. Passend dazu ein älterer Artikel von mir: Liebe deine Darmbakterien

– gebt eurem Körper zur Vorsorge (oder wenn ihr schon krank seid) lieber natürliche Immun-Booster statt Chemiekeulen und Antibiotika: Ingwer und Knoblauch wirken hier manchmal wahre Wunder. Ebenso Honig, Salbei (und andere Kräuter), Tomatensuppe und Holundersirup. Natürlich gibt es noch viel mehr, das nur ein paar Beispiele 🙂

– lebt hygienisch und mit gesundem Menschenverstand

 

hygiene_infektionen

 

Ich hoffe, euch mit diesen Tipps geholfen zu haben, unsere Welt ein bisschen besser zu verstehen. In der Medizin hagelt es manchmal nur so Fachbegriffe, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, und man weiß auch nicht, welche Ratschläge man nun befolgen soll. Hier empfehle ich, sich auf die Ursprünge zu besinnen: Den 2 grundsätzlichen Ansätzen, auf denen das Meiste aufbaut.

Ebenso empfehle ich euch den Paleo-Lifestyle zur Vorsorge eines gesunden und glücklichen Lebens. Wenn ihr dazu Fragen habt, habe ich hier zwei passenden Artikel für euch:

https://kitchenonfireblog.wordpress.com/warum-paleo/das-beste-aus-unserem-korper-herausholen/ und

https://kitchenonfireblog.wordpress.com/warum-paleo/warum-paleo-wwffd/

 

 

Ich wünsche ein schönes und erholsames Wochenende 🙂

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4 Gedanken zu “Infektionskrankheiten vorbeugen: Die 2 Ansätze der Medizin

  1. Vielen Dank für diesen schönen Beitrag. Ich freue mich immer, wenn ich auf Paleoblogs auch mal „eigenen“ Inhalt lese und nicht nur Variationen derselben Inhalte, die auf allen anderen Seiten auch schon stehen.

    • Danke Christina 🙂 mich stört es auch, dass gewisse Themen Woche für Woche in einem anderen Blog erscheinen und durchgekaut werden. Deswegen versuche ich, möglichst viele eigene Erfahrungen und Wissen aus meinem Studium in Artikel zu verpacken und hoffe damit, in Lücken zu stoßen.
      Dir ein schönes Wochenende!

  2. Kann mich Christine nur anschließen.
    Außerdem sehe ich (als gelernte Mikrobiologin:-)) das wie du – wir brauchen sowohl Hygiene als auch ein gesundes Immunsystem.
    Manchmal entscheidet aber einfach ein dummer Zufall, ob man sich ansteckt oder nicht.
    Leider hat mich die beste Paleo-Ernährung nicht davor geschützt, mir einen fiesen Erkältungsvirus einzufangen.
    Aber dank Ingwer und viel Vitamin C gehts jetzt wieder…

    Gruß
    Guardee

    • Hi Guardee, richtig, Zufälle gibt es, oder Dummheit/Pech: Bei einer Verkehrszählung letztes Jahr im Februar wechselte das Wetter schlagartig von 12° und Sonne zu Schneeregen – und ich hatte nur leichte Kleidung an und noch 4 Stunden vor mir. Selbst der robusteste Körper holt sich da mal eine kleine Erkältung 🙂 wobei ich wohl ohne Paleo eine Woche flachgelegen wäre. Also selbst der gesündeste Lebensstil ist keine 100%-Garantie, nie krank zu sein – aber es ist bedeutend weniger und kürzer als vor der Umstellung.
      Ich wünsche – falls noch nicht ganz überstanden – gute Besserung und ein schönes Rest-Wochenende!
      Martin

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