Wie das perfekte Gesundheitswesen aussehen könnte: Essen statt Antibiotika

hippokrates

In einem Ted-Talk, den ich heute morgen gesehen habe, ging es um genau dieses Thema: „What if our health care system kept us healthy?“ Mit der zentralen Frage: wie würde ein solches Gesundheitswesen aussehen? Eine Frage, um die in den letzten Jahrzehnten viel diskutiert und geforscht wurde, viele Ideen gab es, aber am Ende hatte immer eine Fraktion das Sagen: Die Pharma-Lobby.

https://www.ted.com/talks/rebecca_onie_what_if_our_healthcare_system_kept_us_healthy#t-952327

Denn wie sieht ein typischer Arztbesuch aus? Frau Müller (34) geht mit Tochter Emily (7) zum Arzt, denn Emily hat eine Mittelohrentzündung und Frau Müller hustet schon seit 2 Wochen mit verschleimtem Auswurf. Der Arzt hat für jeden Patienten genau 13 Minuten Zeit – zu wenig, um sich vollständig um die Gesundheit der Patienten zu kümmern. Also tut der Arzt das, was er in seiner jahrelangen Ausbildung gelernt hat: Er sieht die Symptome, er verschreibt ein Medikament, und das alles unter Zeitdruck. Die Patienten nehmen die Antibiotika, gehen, werden „gesund“, 4 Wochen später erkrankt Emily dann an einer Magen-Darm-Grippe und das Ganze geht wieder von vorne los.

Was läuft falsch in diesem System? Genau darum ging der Talk von Rebecca Onie. Sie brachte Vorschläge, die ich ohne Zögern unterschreiben und verbreiten würde. Vorschläge, die so banal und einfach sind, dass es vielleicht schon zu einfach wäre, sie zu verwirklichen?!

 

1.) Menschliche Ressourcen besser nutzen

Frau Müller saß etwa 53 Minuten im Wartezimmer, mit einem kranken Kind im Arm. Hier könnte die Behandlung durch die Medizin-Studenten oder Arzthelfer(innen) starten: Was sind Symptome, Ursachen, Geschichte der Krankheit? (man könnte auch klein Emily betreuen, anstatt sie weinen zu sehen). Dazu müsste die Personal-Infrastruktur und Geldverteilung im Medizinwesen ein wenig umgestellt werden. Aber es ist machbar, dafür steht genug Personal zu Verfügung. Wenn nicht, muss es eingestellt werden.Altenpflegeweb-160804_L

2.) Nachbehandlung

Nachdem man die Medikamente verschrieben bekommen hat, kann die Nachbehandlung (Befragung) folgendermaßen aussehen: Wie weit haben es die Patienten zur nächsten Arztpraxis? Wie weit zur nächsten Apotheke oder Supermarkt? Wissen sie, wie sie alles einnehmen? Deckt ihre Versicherung die Behandlungskosten? Ist also garantiert, dass alles ordungsgemäß durchgeführt/eingenommen wird?

Banale Fragen, die die Gesundheitsversorgung jedoch dramatisch verbessern könnte. Aber wieder: Personalmangel und falsches Einteilen menschlicher Ressourcen. Das wäre ein Vorschlag. Und nicht nur Medizinstudenten könnten dafür genommen werden, auch freiwillige Helfer oder FSJler.Kosten im Gesundheitswesen

3.) Ursachen bekämpfen statt Symptome (dick, denn dieser ist am eindrücklichsten hängen geblieben)

Rebecca Onie (Video) hat jahrelang Ärzte in Krankenhäusern von Armenvierteln befragt: Wenn diese eine unerschöpfliche Ressource haben könnten, welche wäre das? Die einschlägige Antwort:

„Frau Müller und Emily werden von den Medikamenten vorübergehend gesund, aber sie werden bald wieder an etwas Anderem erkranken, ganz einfach, weil sie in einer Großfamilie in einer kleinen, überfüllten, schlecht beheizten Wohnung wohnen und wegen Geldmangel kein anständiges Essen zur Verfügung haben. Wenn Emily ständig friert und nichts anständiges isst, wird sie wieder krank. Wir möchten ihnen wenigstens Zugang zu gutem Essen geben können!“

So sollte Gesundheitsversorgung eigentlich aussehen – Vorsorgen und Ursachen behandeln, nicht Symptome. Doch wie könnte das funktionieren? (Bei diesem Vorschlag bekam ich Herzklopfen, so genial ist er)

here is your prescription

Der Arzt kann (muss aber nicht) weiterhin Medikamente verschreiben, aber wenn er die Symptome sieht und erkennt, verschreibt er den Patienten Essen auf dem Rezept. Dieses Essen kaufen sich die Patienten im Supermarkt/Wochenmarkt, und diesen Kassenbeleg reichen sie dann bei der Krankenkasse ein, und bekommen das Geld wieder.

SO sollte Gesundheitsvorsorge aussehen. Emily bekommt ein Antibiotikum verschrieben sowie täglich 400g Brokkoli mit Ingwer, 200g Süßkartoffeln und 4 Eier (Beispielhaft) für die nächste Woche. Das Essen kostet die Krankenkasse nur einen Bruchteil der teuren Antibiotikums-Behandlung.

 

Ich weiß, ganz so einfach ist es nicht. Krankenkassen und Pharma-Lobby mischen überall kräftig mit.

Aber dieser Ansatz, so einfach oder primitiv er hier erscheinen mag, könnte zur GesundheitsVORSORGE wesentlich mehr beitragen als all die Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, mit denen uns die Pharma-Industrie überschütten will.

Außerdem: Sport könnte genauso verschrieben werden wie Essen, hat nur nicht so gut zum Beispiel gepasst. Ein Patient mit Rückenproblemen könnte ja 3 Monate betreutes Fitnessstudio + 150g Eiweiß täglich verordnet bekommen anstatt einem Entzündungshemmer und einem Schmerzmittel

Aber fragt euch einfach mal selber, welche Behandlungsmethode effektiver, günstiger und besser für die Patienten wäre?

Ein Ansatz zur Verbesserung unseres Gesundheitswesens. Von einem Laien.

 

 

Fotocredits:
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3 Gedanken zu “Wie das perfekte Gesundheitswesen aussehen könnte: Essen statt Antibiotika

  1. Klingt gut, aber leider würde der Arzt nach den geltenden Empfehlungen Emily nicht Brokkoli, Süßkartoffeln und Eier verschreiben, sondern Vollkornbrot mit Margarine und fettreduziertem Kunstkäse, Vollkornnudeln mit veganen Tofuwürstchen und einen fettreduzierten Desigerjoghurt mit Süßstoff…
    Ob es Emily dann wirklich besser gehen würde?

    • Amen. Nach aktuellen Empfehlungen wäre das wirklich Realität, da würde ich glatt die Krise kriegen. Deswegen ist das „perfekte Gesundheitswesen“ nach diesen meinen Vorstellungen auch Fiktion. Leider… 😦

  2. Trotzdem hast du mit deinem Artikel natürlich Recht – gute Ernährung = Gesundheit, schlechte Ernährung = Krankheit.
    Deshalb danke an dich und all die anderen, die über Blogs, Artikel, Foren und Gespräche mit Freunden und Familie dazu beitragen, dass mehr Menschen verstehen, was gute Ernährung ausmacht.

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