Thermogenes Essen – Werde zum menschlichen Ofen!

Schönen Sonntag zusammen!

In den letzten Artikeln [Einführung][Thermogenese][Kältetraining] habe ich erklärt, wie man bei Kälte weniger friert: 

In Kürze: Um den Körper mehr Wärme erzeugen zu lassen, und um zum menschlichen Ofen zu werden, kann man auf biochemischer Ebene an vier wichtigen Punkten angreifen. Diese vier sind:fire-171229_640

  • mehr Mitochondrien pro Zelle (Mitochondrien-Biosynthese)
  • mehr Muskelmasse (verbessert so ziemlich jeden Parameter im Körper, inklusive Energieverbrauch)
  • Wachstum von braunem Fettgewebe (produziert direkt Wärme)
  • Wärmefreisetzung bei der Verdauung von Nahrung

Braunes Fettgewebe ist für den größten Teil der Thermogenese (zusammen mit den Muskelzellen) verantwortlich [1]. Die Bildung von braunen Fettzellen erfolgt aus Stamm- und Vorläuferzellen sowie weißen Fettzellen. [2]. Für diese Entwicklung sind die Master-Regulatoren PGC-1α [e], UCP1, PPARγ [2][3][4] und T3 (aktiviertes Schilddrüsenhormon)[5] verantwortlich. PGC-1α ist auch der Master-Regulator für die Neubildung von Mitochondrien.
Die Aktivierung dieser Master-Regulatoren erfolgt über Muskelanspannung (Krafttraining), Kälte [6] oder Nahrungsmittel. Auf Krafttraining gehe ich heute nicht ein, Sport sollte Teil jedes gesunden Lifestyles sein. Auf das Kältetraining bin ich im letzten Artikel eingegangen. Auf die Nahrungsmittel möchte ich heute eingehen:

 

Vorbemerkung:  Die genannten Nahrungsmittel/Nahrungsergänzungsmittel können in den Alltag integriert werden, müssen aber nicht um jeden Preis so oft und so viel wie möglich gegessen werden. Die meisten sind gesund und damit ohnehin Teil eines guten Ernährungsplanes. Vielleicht überdenkt ihr ja jetzt das ein oder andere. Vielleicht ergeben sich daraus – zusammen mit Kältetraining – auch gewisse Routinen. Routinen geben uns Sicherheit und bringen uns dem Erfolg ein Stück näher.
Die genannten Nahrungsmittel entsprechen keiner Einkaufsliste. Esst mit gesundem Menschenverstand, im Übermaß ist Alles giftig. Versucht einfach nur, das ein oder andere in den Alltag zu integrieren. Es ist ganz einfach 🙂
[Für einen Schnelldurchlauf lest einfach nur das fett gedruckte]

 

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Nahrungsmittel, die direkt das braune Fett wachsen lassen:

  • Iod: Der T3-Spiegel (aktives Schilddrüsenhormon) sollte ausgeglichen sein. Also achtet auf anständig Iod (Fisch und Meeresfrüchte) [8]. T3 ist DAS Stoffwechsel-Hormon schlechthin. Ohne guten T3-Spiegel braucht man mit den anderen Tipps erst gar nicht anfangen 🙂
  • Kaffee (enthaltenes Coffein)  [9][10]
  • Grüntee enthält eine Substanz namens EGCG, welche ebenfalls die Thermogenese erhöht [11]
  • Vitamin A (vorwiegend tierischen Ursprungs) erhöht die Fett-Oxidation und PGC-1α [12] [13]
  • Capsaicin (Chili, Pfeffer). Überraschung 😉 [14]
  • Knoblauch scheint große Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel zu haben [15]
  • R-Alpha-Liponsäure (als Nahrungsergänzungsmittel) erhöht die Thermogenese, sowie den Fett- und Kohlenhydrat-Stoffwechsel. Enorm. Das will ich euch nicht vorenthalten [16][17][18][19]
  • Cissus Quadrangularis (kurz CQ), eine indische Kakteenart, erhöht den Kohlenhydrat-Stoffwechsel beträchtlich (manche Schlüsselenzyme um das Doppelte) [20]
  • Die Aminosäure Arginin verbessert Insulinsensitivität, Blutdruck, Stoffwechselrate, Fettwerte und Erhöhung des Hormons Adiponectin [21], welches bei Übergewicht zu niedrig ist [22]. Außerdem erhöht es die Protein-Biosynthese und die Entwicklung von braunem Fettgewebe [23]. Die beschriebenen Effekte geschehen über Stimulation des eNOS-Signalweges, an dessen Ende wieder PGC-1α steht.
  • Den selben Effekt wie bei Arginin kann man auch mit roter Beete, Spinat und anderen Nitrat-reichen Lebensmitteln erreichen. Für mich lässt sich rote Beete und Spinat exzellent in den Alltag integrieren.
  • Polyphenole u.a. aus Schokolade, Tee, Obst, Rotwein erhöhen ebenfalls PGC-1α über eNOS [24]
  • Flavanole aus Kakao erhöhen über erhöhte Katecholamin-Freisetzung (hauptsächlich Noradrenalin) die Thermogenese [25]
  • Sesam erhöht PGC-1α über eNOS [26]
  • Taurin erhöht PGC-1α, hat aber auch verschiedenste Wirkungen auf den Glucose/Insulin-Haushalt. Nur Fortgeschrittenen zu empfehlen! [27]
  • Kampfer erhöht die Thermogenese und somit den Energieverbrauch [28], genau wie Menthol [29]. Das ist ein Grund, warum Pferdebalsam so gut funktioniert: Es erhöht die Temperatur (via Thermogenese) bei Auftragen des Balsams und regt damit die Wundheilung (geprellte Muskeln, Knochen, Gelenke) an.
  • Wasser erhöht die Thermogenese (die Kälte gibt den Reiz) [30]

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Außerdem wichtig:

  • Nahrungsproteine erhöhen die Thermogenese-Leistung des Körpers bei der Verstoffwechslung der Proteine (bis zu 25% der Kalorien von Proteinen gehen beim Verstoffwechseln verloren [31]
  • Gluten und Soja-Protein sabotieren den Fett-Stoffwechsel [32] und die Thermogenese [33]

 

Interaktion mit den Master-Regulatoren und somit Thermogenese-Erhöhung (die Wirkungsstärke ist jedoch noch nicht bekannt): [34]

  • Ingwer
  • Ginseng
  • Mariuhana (nein ich werbe nicht dafür, ich weise darauf hin 😉 )
  • Evodia (ostasiatische Blütenpflanze)
  • Zimt
  • Senföle (u.a. in Senf und Rucola)
  • Ethanol (Allohol)
  • Resinifera (Marokkanische Wüstenpflanze)

 

Übrigens: Ein weiterer Weg, die Entstehung von braunem Fettgewebe zu unterstützen, ist, weißes Fett zu verlieren, sprich ein paar Kilo abzuspecken. Braunes Fett korreliert invers mit weißem Fett, also weniger weißes Fett (=Bauchspeck) begünstigt das Wachstum von braunem Fett. [7]

 

Ich konnte sicher nur einen kleinen Teil von dem abdecken, was die Thermogenese in unserem Körper wirklich beeinflusst. Viel muss noch erforscht werden. Vieles muss noch entdeckt werden (auch in der Literatur) 🙂

Meine Frage an euch: Habt ihr Erfahrungen mit einigen genannten Nahrungsmitteln gesammelt oder möchtet noch etwas ergänzen? Schreibt es mir 🙂

 

 

Photocredits:

https ://pixabay.com/de/feuer-holzbrand-flammen-brennen-171229/

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Thermogenese – der Schlüssel zu weniger Frieren

Servus 🙂

 

Ich möchte in nächster Zeit eine Sammlung von Tipps anlegen, wie Ihr diesen Herbst/Winter besser übersteht. Mit einem besseren Körpergefühl. Mit mehr Sport an der frischen Luft trotz eisigen Temperaturen. Mit weniger Erkältungen. Alle Tipps habe ich nicht erfunden, sondern von Leuten übernommen, die ich als Vorbilder erachte – es hat bei ihnen funktioniert, es funktioniert bei mir, und es kann auch bei Euch funktionieren! Heute gibt es erst einmal ein bisschen Theorie, in kleinen Häppchen und appetitlich angerichtet.

 

Wie friere ich weniger? 

Das Gefühl des Frierens kommt dadurch zustande, dass die Umgebung (Wasser, Luft, Feststoffe) dem Körper aufgrund einer geringeren Temperatur Wärme entzieht. Der Körper will sich gegen diesen Energie-Entzug wehren und friert. Durch das unangenehme Gefühl sollt Ihr animiert werden, etwas gegen den Energieverlust zu tun. Ihr sollt euch etwas Warmes anziehen, in eine wärmere Umgebung wechseln oder euch bewegen, damit euch warm wird. Das ist der sensorische Reiz. Aktiv leitet Euer Körper auch einige Schritte ein, um dem Energieverlust und dem damit verbundenen Risiko der Unterkühlung zu begegnen: Die Muskeln z.B. zittern, erzeugen so Wärme und heizen den Körper auf bzw. versuchen, den Energieverlust zu kompensieren. Das nennt man dann zitternde Thermogenese (zitternde Wärmebildung).

Meine Tipps zielen alle auf die Thermogenese des Körpers ab – Wärmeverlust soll kompensiert werden durch mehr Wärmebildung im Körper. Ich möchte weder, dass ihr euch ein Speckpolster antrainiert (als Isolationsschicht wie bei Robben), noch, dass ihr euch ein Fell wachsen lasst.

Je besser die Thermogenese in eurem Körper abläuft bei gegebener Umgebung, desto weniger empfindet ihr die Situation als unangenehm und friert.

Die Thermogenese ist also der Schlüssel, um weniger zu frieren. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, um die Thermogenese zu erhöhen:

Durch das richtige Essen, das richtige Training und einigen neuen Gewohnheiten im Alltag. Die Ergebnisse werden euch überraschen.

 

Die in den folgenden Artikeln vorgestellten Tricks und Methoden zielen auf eine Erhöhung der Thermogenese auf verschiedenen Ebenen ab:

  • Die Zellebene
  • die Muskelebene
  • die Fettebene und
  • die Organebene

1. Zellebene

Die Energie für unsere Zellen und damit für unseren Körper wird in den Mitochondrien hergestellt – den Kraftwerken in unseren Zellen. Sie sehen aus wie kleine, gerillte Würmer (Foto s.u.). Sie stellen die Energie entweder indirekt – chemisch gebunden – über ein Molekül namens ATP bereit, oder direkt, durch die Freisetzung von Energie, was man zitterfreie Thermogenese nennt. Das Energiepotential, das im Laufe der Nahrungsverdauung aufgebaut wird, wird dabei nicht zur Erzeugung von ATP (und z.B. zur Muskelkontraktion) genutzt, sondern einfach zum „Heizen“.

Ansatzpunkte zum Erhöhen der Thermogenese auf Zellebene:

  • mehr Mitochondrien = mehr Energie
  • höhere Mitochondrienleistung = mehr Energie
  • mehr zitterfreie Thermogenese = mehr Wärmebildung im Körper auf zellulärer Ebene

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2. Muskelebene

Muskeln sind das Gewebe in unserem Körper, welches am meisten Energie benötigt und bereitstellt. Gleichzeitig sind Muskelzellen vergleichsweise reich an Mitochondrien. Außerdem: Solltet Ihr doch einmal frieren, schützt sich euer Körper dadurch automatisch vor Unterkühlung. Als Absicherung sind sie also auch  gut zu gebrauchen.

Um die Thermogenese zu erhöhen, gilt hier – neben der Reibungswärme durch Muskelarbeit -natürlich das selbe wie im zellulären Punkt: Mehr Mitochondrien. Wie wird das bewerkstelligt:dwayne-johnson-the-rock-hercules

  • mehr Muskelmasse = mehr Mitochondrien und mehr Reibung = mehr Energie
  • besser trainierte Muskelmasse = mehr Mitochondrien pro Muskelzelle

 

3. Fettebene

In unserem Körper gibt es weißes Fettgewebe – weich, glibbrig, eklig. Das Hüftgold, das die meisten stört. Es gibt aber auch das braune Fettgewebe – Fett, das nur dafür existiert, Wärme zu produzieren. So etwas gibt es? Ja klar, Babys haben zum Beispiel sehr viel braunes Fettgewebe, damit sie vor Unterkühlung geschützt werden, weil sie noch nicht genug Muskulatur zum „Heizen“ haben. Als Erwachsener kann man sich aber auch braunes Fettgewebe wieder „antrainieren“. Die wichtigsten Faktoren dafür sind Kälte und gewisse Nahrungsmittel – ich komme darauf zurück. Braunes Fettgewebe ist für die Thermogenese sehr wichtig und kann gut gebildet werden, es sitzt ungefähr im unteren Nackenbereich sowie an beiden Schulterblättern. Als durchschnittlicher Erwachsener besitzt man nur wenige hundert Gramm braunes Fettgewebe (im Gegensatz zu mehreren Kilos weißem Fettgewebe), es kann aber durch Wärmebildung bis zu 20-30% des täglichen Kalorienverbrauchs ausmachen. Es gilt also, die Masse an braunem Fettgewebe zu erhöhen. Dies kann lustigerweise auch durch eine Umwandlung von weißem in braunes oder beiges Fettgewebe erfolgen.

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4. Organebene

Hiermit meine ich den Stoffwechsel bezogen auf ganze Organe. Auf die Aufgaben der Organe und wie effizient sie arbeiten, was Energiebereitstellung und Thermogenese bedeutet.

  • erhöhte Darmgesundheit = besseres Immunsystem = mehr Energiebereitstellung
  • erhöhte Darmgesundheit = bessere Resorption (Aufnahme) von Vitalstoffen aus der Nahrung
  • gute Schilddrüse = höherer Energie-Grundverbrauch
  • funktionierende Leber = höherer Energie-Umsatz, v.a. im Sport
  • pH-Wert im Magen im Gleichgewicht = schnellere Verdauung von Nahrungsmitteln

 

Zum Schluss noch ein kleiner Fun-Fact über Gänsehaut 🙂

 

Fun-Fact: Gänsehaut

Die Gänsehaut ist ein Überbleibsel aus früheren Zeiten der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Eigentlich erhöht sich dabei die Hautoberfläche durch Anschwellen der Oberhaut, der Körper verliert also auf diesem Wege mehr Wärme. Wenn Ihr ganz genau hinseht, könnt ihr dabei beobachten, wie sich feine Härchen in der Gänsehaut mit aufrichten. Das ist der Grund für Gänsehaut: Diese Haare waren nicht immer so klein. Vor vielen vielen hunderttausenden bis millionen Jahren war der Mensch noch um einiges haariger als heute. Körperbehaarung geht heute ja immer mehr zurück, weil sie weniger benötigt wird (Kleidung). Als wir früher noch ein richtiges „Fell“ hatten, haben sich die Haare mit der Gänsehaut aufgerichtet und so durch Erzeugung eines Luftpolsters zwischen Haarspitze und Haut – mit den Haaren als Isolationsschicht – dem Wärmeverlust entgegen gewirkt.

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Es folgen die genauen Methoden, freut euch darauf 😉

bis bald

 

 

Photo Credits:

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Die 12 Richtlinien der Paleo-Ernährung – Teil 2

Hallo 🙂

Hier komm Teil zwei meiner Richtlinien zu einer gesund durchgeführen Paleo-Ernährung.

Jedem bleibt es selbst überlassen, wie strikt er sich daran hält, denn es sind nur Richtlinien, keine Regeln. Richtlinien, die mir und vielen anderen in den letzten Jahren enorm geholfen haben, sei es bezüglich Sport, Gesundheit, Schlaf, Lebensgefühl oder Denkleistungen.

Diese Richtlinien sind nicht allgemeingültig, aber da moderne Wissenschaft immer mehr untermauert, was ich schon länger glaube, wird mein Kreuz auch immer breiter 🙂

 

7. Keine Angst vor Fett und fettreichen Lebensmitteln
Fett liefert lebensnotwendige (essentielle) Fettsäuren[27] und fetthaltige Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine. Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen NICHT das Risiko für Fettstoffwechselstörungen[24][25] mit der möglichen Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Meiden Sie pflanzliche, raffinierte Öle und Fette (z. B. Sonnenblumen-, Raps- und Sojaöl und daraus hergestellte Streichfette)[22][28][29] mit Ausnahme von Leinöl und Olivenöl. Achten Sie auf unsichtbares Fett, das in Fleischerzeugnissen, Milchprodukten, Gebäck und Süßwaren sowie in Fast-Food und Fertigprodukten meist enthalten ist. Mindestens 60 – 80 Gramm Fett pro Tag sind zur optimalen Gesundheit täglich ein guter Richtwert.

 

Abbildung 1 zeigt die Verbindung zwischen den Low-Fat-Richtlinien in den USA und der sich stark ausbreitenden Übergewichts-Epidemie. Fett ist nicht das Problem!!

Abbildung 2 zeigt , welche Öle und Fette von der Fettzusammensetzung gut zum Kochen geeignet sind. Der Anteil an gesättigten und einfach ungesättigten Fetten sollte dabei möglichst hoch sein (Kokosfett, Butter, Olivenöl). Zur kalten Verwendung nehmt am besten Fette mit viel Omega-3-Fettsäuren und einfach ungesättigten Fettsäuren (wie Leinöl oder Olivenöl)

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8. Zucker und Salz in Maßen, reichlich Gewürze und Kräuter
Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z. B. Glucosesirup) hergestellt wurden, nur selten [30][31][32]. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen, diese enthalten reichlich sekundäre Pflanzenstoffe und haben positive Wirkungen auf den Stoffwechsel, und Salz. Wenn Sie kein mit Iod und Fluor angereichertes Salz verwenden, achten Sie auf ausreichenden Verzehr von Seefisch.

 

 

9. Reichlich Flüssigkeit
Wasser ist lebensnotwendig. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und energiearme Getränke. Trinken Sie zuckergesüßte Getränke nur selten. Diese sind energiereich und können bei gesteigerter Zufuhr die Entstehung von Übergewicht und Karies fördern. Alkoholische Getränke sollten wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen konsumiert werden. Trinken Sie reichlich ungesüßte Kräutertees, grünen und schwarzen Tee sowie schwarzen Kaffee.

 

 

 

10. Schlaf und frische Luft130.716
Achten Sie auf ausreichend guten Schlaf (mindestens 7 Stunden pro Nacht) und frische Luft, um Ihren Körper und Geist fit zu halten. Schlaf ist nötig, damit sich Ihr Körper regeneriert und Erlebtes verarbeitet.

 

11. Sich Zeit nehmen und genießen
Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und essen Sie nicht nebenbei. Lassen Sie sich Zeit, das fördert Ihr Sättigungsempfinden. Essen Sie, wenn möglich, in guter Gesellschaft – gemeinsam erlebtes Essen erhöht die Kreativität bei der Zubereitung und den Genuss.

 

12. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
Vollwertige Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport (mindestens 30 – 60 Minuten pro Tag) gehören zusammen und helfen Ihnen dabei, Ihr Gewicht zu regulieren. Gehen Sie zum Beispiel öfter einmal zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Das schont auch die Umwelt und fördert Ihre Gesundheit.22352386,18950325,highRes,teaser_radfahren_gesund_dpa

Versuchen Sie, Bewegung in Ihren Alltag einzubauen: Nehmen Sie z.B. die Treppe anstatt den Aufzug, stehen öfters einmal vom Bürostuhl auf und vertreten sich die Beine.

 

 

Habe ich etwas vergessen? Bitte lasst es mich wissen!

Habe ich etwas falsch oder widersprüchlich geschrieben? Kritik ist hier sehr erwünscht! 🙂

 

 

[Photo credits:

http://authoritynutrition.com/it-aint-the-fat-people/

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http ://www.fr-online.de/image/view/2013/3/9/22352386,18950325,highRes,teaser_radfahren_gesund_dpa.jpg

Kann der Paleo-Trend sich zum Mainstream entwickeln?

Ich bin ins Grübeln gekommen…

Paleo ist eine Trend-Ernährung, besonders bekannt geworden ist sie in den letzten Jahren, vergleichbar mit dem Veganismus oder Low-Carb. In den USA ist Paleo schon fast Mainstream, viele Hollywood-Größe wie Miley Cirus, Megan Fox oder Matthew McConaughey leben es schon eine Weile und haben alle Vorzeige-Körper [1], viele Bürger tun es ihren Hollywood-Vorbildern nach und ernähren sich nach dem Steinzeit-Vorbild.

In Deutschland sind diese Trends leider immer etwas rückständig bzw. brauchen etwas länger, um sich zu entwickeln, die USA ist schließlich in vielen Lifestyle-Themen Vorreiter in der westlichen Welt. Aber warum ist Deutschland noch nicht so weit? Oder besser gefragt: Kann Paleo in Deutschland in den nächsten Jahren auch einen Mainstream-Status erreichen? Und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

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Damit ein Trend der breiten Masse bekannt wird, spielen viele Faktoren eine Rolle. Diese 4 sind meiner Meinung nach die wichtigsten:

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1.) Technische Entwicklung

Paleo bedeutet viel Obst, Gemüse und unverarbeitete, tierische Produkte wie Fleisch, Fisch und Eier. Hinzu kommen kleine Naturprodukte zum Sammeln wie Nüsse, Beeren, Samen und Anderes. Aber all dies sind Nahrungsmittel, die teurer zu bekommen sind wie konventionelle Roh-Produkte wie Weizenmehl, Zucker und H-Milch. Trotzdem ist Paleo (selbst für Studenten wie mich) geldtechnisch realisierbar, weil in den letzten 50 Jahren die technische Entwicklung der Landwirtschaft dazu beigetragen hat, dass Essen immer billiger wird. Und wenn sich Paleo immer mehr Menschen leisten können/konnten, kann es auch von der breiten Masse umgesetzt werden.

 

 

2.) Öffentliche Diskussion und Medien

Unsere Meinug wird maßgeblich durch die Medien wie Radio, Fernsehen und Zeitungen beeinflusst. Wenn die schreiben, dass Fett böse ist, dann glauben wir ihnen das meistens. Diese „bremsenden“ öffentlichen Meinungen wie der Mythos vom bösen Fett haben dazu beigetragen, dass Paleo für Viele von vornherein aus gesundheitlicher Sicht scheinbar unattraktiv war. Aber in den letzten 2-3 Jahren konnte man eine ganz andere Entwicklung beobachten: Fett hat nach und nach ein immer besseres Image bekommen, gleichzeitig sind Kohlenhydrate nicht mehr das Non-Plus-Ultra in der Ernährung – der Grundstein war gemedien-manipulation1-710x270legt. Und im Zuge folgender Veröffentlichungen, was Literatur betrifft, oder anderem wie Promis, die es vorleben, schreiben auch die Medien immer mehr über Paleo. Ob es – aus deren Sicht – eine gute oder schlechte Ernährung darstellt, variiert leider noch zu stark (meist werden „Experten“ der DGE in öffentlichen Ernährungsdiskussionen zu Rate gezogen, und die propagieren nach wie vor die veraltete Sicht der bösen Fette). Vergleiche dazu [Medien über Paleo]. Aber allein schon die Tatsache, dass Zeitungen darüber schreiben, Bücher veröffentlicht werden und TV-Sendungen sich nur auf den Paleo-Lifestyle konzentrieren, im Guten wie im Schlechten, trägt dazu bei, dass es bekannter wird und mehr Menschen es auch umsetzen können.

 

3.) Vorbilder

Für einen Trend braucht man immer Vorbilder. Lichtgestalten, denen die Menschen nacheifern oder nach denen sie sich richten können. Menschen, auf die man in Diskussionen oder zum Werbung-machen hinweisen kann mit den Worten „Schau, die habens auch geschafft“ oder „Prof.XY hat gesagt, dass das sehr gesund ist“. In den USA fallen mir da als Vorbilder gleich die vorher genannten Hollywood-Größen ein, welche Millionen von Fans haben, die (angesichts des guten Aussehens) die Ernährung und den Sport ihrer Vorbilder auch ausleben wollen. Oder Leute, die direkt Paleo propagieren, sei es aus wissenschaftlichmark sissoner Sicht (Prof.Cordain, Robb Wolf) oder aus Interesse an Profit und Bekanntheitsgrad (z.B. Mark Sisson, nicht böse gemeint, ich finde ihn super).

In Deutschland fehlt es noch an solchen „Über-Vorbildern“, allerdings ist Paleo auch noch eine Nischen-Erscheinung. Mit wachsendem Bekanntheitsgrad werden auch mehr Vorbilder auftauchen, oder jene, die wir heute schon kennen und Paleo öffentlich vertreten (z.B. Nico Richter, Felix Olschewski, Constantin Gonzalez), werden noch bekannter.

 

4.) Äußere Faktoren

Nie zuvor starben in der Menschheitsgeschichte so viele Menschen an Krankheiten, die durch schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung begünstigt werden: Krebs, Diabetes, Alzheimer, Morbus Crohn, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Schwächen, Arteriosklerose, um nur ein paar zu nennen. Deswegen wird sich die öffentliche  Aufmerksamkeit zunehmend gegen konventionelle Ernährungsempfehlungen (z.B. wenig Fett und Fleisch, viel Milch und Getreide) richten und sich Alternativen zuwenden. Paleo ist eine davon. Eine ganzheitliche, alternative und dennoch in Jahrtausenden erprobte Ernährungs- und Lebensweise. Und sie funktioniert.

 

 

Fazit: Nie zuvor waren die Bedingungen für Paleo, sich von einer Nischenerscheinung zu einer Mainstream-Ernährungsweise zu entwickeln, so günstig wie heute. Das Essen ist gut und rentabel,  die Medien machen es zunehmend bekannter und propagieren es sogar teilweise, und aus gesundheitlichen Gründen wenden sich immer mehr Menschen „alternativen“ Ernährungs- und Lebensweisen zu. Was in Deutschland noch fehlt, sind die Vorbilder, die Paleo in der Öffentlichkeit noch stärker vertreten. Dazu ist allerdings starkes Marketing (wie bei Attila Hildmann) und die Hilfe der Medien nötig. Und jeder Einzelne von uns – du und ich – sollten als Vorbilder für unsere Mitmenschen vorrangehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn wie gebraucht werden.

Auf der anderen Seite (das kann ich nur anschneiden, würde sonst den Rahmen sprengen): Es wird immer eine große Gruppe – wenn nicht Mehrheit – von Menschen geben, die eben das essen, was schnell geht und oberflächlich gut schmeckt. Ein Wurstbrot lässt sich schneller zubereiten als ein paar Rühreier. Und nicht jeder interessiert sich so sehr für sein Essen, was dahintersteckt, und wozu es im Körper führt usw. Aber der Anteil derer, die das interessiert, kann noch beträchtlich steigen. Die Mehrheit der Menschen interessiert sich schließlich nicht so sehr für sein Essen, wie sie es könnte oder sollte. Oder wurde dahin fehlgeleitet, und is(s)t ungesund, ohne es zu wissen.

Auf jeden Fall ein spannendes Thema.

Bleibt abzuwarten, wie es sich entwickelt 🙂paleo

Olivenöl – Das Öl deiner Wahl!!

In meinen letzten Artikeln habe ich euch erläutert, warum Rapsöl eine eher schlechte Alternative zum Kochen ist [Links gibt es hier und hier]. Auf die selbe schlechte Wellenlänge mit Rapsöl kann man die meisten erhältlichen pflanzlichen Öle setzen, wie Sonnenblumenöl oder Distelöl. Da kommt doch direkt die Frage auf: Welches Öl soll ich dann zum Kochen benutzen?

Ich habe heute die Antwort für euch: Olivenöl!

Bis vor ein paar Jahren (Rapsöl gibt es erst „seit kurzem“) hatte Olivenöl quasi die Monopolstellung, wenn man hitzestabiles Öl zum Kochen verwenden wollte. Dann kam billiges Rapsöl angeritten, ein paar Pseudo-wissenschaftliche Studien dazu, die sagen, warum Rapsöl viel besser UND günstiger als Olivenöl ist, und zack – die Leute kaufen nur noch Rapsöl. Leider. Denn Rapsöl ist nicht nur künstliches Öl, es ist auch ungeeigneter zum Kochen als Olivenöl. Es ist nur billiger. Aber wie lange kommt man mit einer Flasche Öl hin? Wochen bis Monate – da machen die 2€ mehr pro Flasche keinen großen Unterschied, wie ich finde.

 Olivenöl hinkt in Verkaufs- und Vebrauchszahlen leider den billigeren Alternativen hinterher – obwohl es viel gesünder ist.

 

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Warum soll Olivenöl jetzt so überragend als Kochöl sein? Ein Blick auf die chemische Zusammensetzung:

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Fette: Gesättigte Fettsäuren 13,7%, einfach ungesättigte Fettsäuren 73%, Omega-6-Fettsäuren 9,7%, Omega-3 Fettsäuren 0,76%
Vitamine: 100g Olivenöl enthalten 75% des täglichen Vitamin K- und 72% des täglichen Vitamin E-Bedarfs [1]

Dazu kommen einige Mineralstoffe und Stoffe in Spuren.

Was kann man da herauslesen?

 

Einfach ungesättigte Fettsäuren:

Wie erwähnt, ist Olivenöl (neben Rapsöl) mit das einzige Öl (Avocadoöl habe ich zum Kochen noch nie verwendet), das sehr reich an einfach ungesättigten Fettsäuren ist. Die dabei am häufigsten vorkommende Säure ist die Ölsäure. Dieser werden eine ganze Reihe von gesundheitsförderlichen Effekten nachgesagt:

  • Ölsäure wirkt apoptotisch auf Brustkrebszellen, was heißt, es treibt Brustkrebszellen in den Selbstmord [2][3]
  • Sie wirkt entzündungshemmend [4]
  • Sie wirkt cholesterinsenkend [5] und verbessert allgemein die Blutfettwerte [6]

Das sind doch schon einmal vier gute Gründe 🙂

 

Vitamin K:Vitamin-K_popeye

Ein eher unbekannteres Vitamin. Neuere Studien haben aber ergeben, dass man es als ebenso wichtig für gesunde Knochen einstufen sollte wie Vitamin D [7] [8]. Außerdem ist es wichtig für die Blutgerinnung, z.B. wenn ihr euch schneidet, damit ihr nicht daran verblutet. Olivenöl enthält sehr viel Vitamin K. Andere gute Quellen dafür sind unter anderem Grüngemüse und Tierprodukte.

 

 

Vitamin E:vitamin-E

Die enthaltenen Mengen sind vergleichbar mit anderen Speiseölen. Vitamin E ist im Fett ein wichtiger Oxidationsschutz. Ohne diesen Schutz reagieren die Fette mit Luftsauerstoff und werden ranzig. So wird das Olivenöl länger haltbar und in der Pfanne hitzeresistenter. Im Körper ist Vitamin E auch ein Oxidationsschutz, diesmal aber nicht in der Pfanne, sondern in der Zellwand. Es schützt unsere Zellen vor freien Radikalen. [9]

 

 

 

Soweit, so gut. Bis hierher ist Olivenöl noch gut mit Rapsöl vergleichbar. Der Grund, warum es das Rapsöl aber aussticht, liegt in den Mikronährstoffen, genauer gesagt in den Antioxidantien. Rapsöl enthält aufgrund der chemischen Aufbereitung und der jahrelangen Züchtung sehr wenig  davon (ich spreche jetzt nicht von Vitamin E). Die 3 häufigsten im Olivenöl haben die tollen chemischen Namen Oleocanthal, Oleuropein und Hydroxytyrosin. Sie sind für den leicht bitteren Geschmack von Olivenöl verantwortlich. Aber was macht sie so „special“?

  •  sie wirken stark antioxidativ [10]
  •  Sie wirken antibakteriell und töten damit die schlechten Bakterien im Mund, Magen und Darm ab [11]
  •  Oleuropein wirkt ebenfalls cholesterinsenkend und vergrößert die Oxidationspersistenz von LDL (Einem Fett- und Cholesterintransporter im Blut). Oxidiertes LDL ist Hauptverantwortlicher für Atherioskerose. Oleuropein ist ein wirksamer Schutz dagegen. [12]
  •  Oleocanthal hemmt im Körper ein Enzym namens Cyclooxigenase (COX). Indem es dies tut, wirkt es wie Ibuprofen als Entzündungshemmer und als natürliches Schmerzmittel. 50g Olivenöl entsprechen einer 10%igen Dosis Ibuprofen. Das ist nicht sehr viel, fühlt sich aber sehr angenehm an. [13][14]
  •  Oleocanthal wirkt außerdem neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer entgegen [15]

Das sind die Wirkungen einzelner Wirkstoffe im Olivenöl. Man muss all die chemischen Stoffe aber auch als Ganzes, als Nahrungsmittel untersuchen. Dazu gibt es noch weitere Ergebnisse:

  •  Olivenöl fördert die Denkfähigkeit und verringert das Risiko auf geistige Erkrankungen [16]
  •         “           wirkt vorbeugend gegen Schlaganfall [17]
  •  Die im Olivenöl enthaltenen Polyphenole steigern womöglich den Gehalt an Stickoxiden im Blut, diese wirken   blutdrucksenkend [18][19]
  •  Olivenöl wirkt antithrombotisch [20]
  •        “            senkt Risiko auf Herz-Kreislauf-Krankheiten [21]

 

 

Immer noch nicht überzeugt? Ich sammel einfach mal die oben genannten Vorteile von Olivenöl, in der Summe wirken sie noch einmal besser: Olivenöl wirkt:

– blutdrucksenkend, cholesterinsenkend, antioxidativ, entzündungshemmend, antibakteriell, antithrombotisch, gegen Herz-Kreislaufkrankheiten, gegen Alzheimer, fördert kognitive Leistungen, wirkt Schlaganfall entgegen, gegen Brustkrebs, gegen Schmerzen.

Jetzt überzeugt? Na, also 🙂

Die gesundheitlichen Nutzen umfassen ein sehr breites Spektrum. In der Antike wurde Olivenöl als Heilmittel verschrieben, ihr versteht jetzt sicher, warum. Um möglichst viel Nutzen aus dem Öl zu ziehen, empfehle ich immer, schonend zu kochen/braten, damit möglichst wenig der enthaltenen Stoffe zerstört werden.

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Ich wünsche ein schönes Wochenende 🙂

Ist Rapsöl gesund?

Moin moin 🙂 letzte Woche habe ich in diesem Beitrag geklärt, was Raps ist, wie Rapsöl hergestellt wird. Mit diesem Hintergrund möchte ich heute die Frage klären, ob Rapsöl gesund ist.

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Fortsetzend: […Um diese negativen Aspekte zu umgehen, ist kaltgepresstes Rapsöl die bessere Wahl als industriell erzeugtes. Aber ist sie auch die beste Wahl? Ist es trotzdem das, wie in diesem Video angepriesen, „gesündeste Öl der Welt?“]

 

Argument 1: Rapsöl ist das Öl mit den wenigsten gesättigten Fettsäuren [1]

Alter Stand der „Wissenschaft“, gesättigte Fettsäuren sind viel besser als ihr Ruf. Ausführlicher diskutiert habe ich das in diesem Artikel. Außerdem enthält Rapsöl nur vernachlässigbar weniger gesättigte Fettsäuren im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen (z.B. Olivenöl hat 14% [2], Sonnenblumenöl 9% [3]), Argument hinfällig.

Mehr wissenschaftliche Beweise, die für (und nicht gegen) gesättigte Fette sprechen, findet ihr im Schnellverfahren hier:

[4] [5] [6] [7] [8] [9]
Argument 2: Rapsöl enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFAs), allen voran Omega-3-Fettsäuren

Das stimmt. Rapsöl enthält 28% PUFAs mit einer Omega-6 : Omega-3 ratio von 2:1, was dem Verhältnis der Ernährung unserer Vorfahren sehr nahe kommt. [1]

Allerdings eignen sich PUFAs nicht zum Kochen/Braten, da sie nicht hitzeresistent sind und schnell oxidieren oder Transfette bilden.

Eine bessere Alternative zum Braten wäre z.B. Olivenöl, welches viel weniger PUFAs enthält und somit hitzeresistenter ist. [2]

Geht man rein nach dem Omega-3-Gehalt, sollte man lieber zu Leinöl greifen. Das enthält einen unschlagbaren Anteil von 53% Omega-3-Fettsäuren und einer ratio O-6 : O-3 von 1:4 [10]. Eine in der Hinsicht gesündere Alternative, allerdings aufgrund des hohen PUFA-Anteils vom Kochen ungeeignet, aber als Salat-Dressing umso besser.

 

Argument 3: Rapsöl ist mit seinen einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFAs) eindeutig cholesterinsenkend

Wieder richtig. Rapsöl besteht aus 63% MUFAs, vornehmlich Ölsäure, welche auch in Olivenöl vorherrscht. MUFAs werden cholesterinsenkende Wirkungen nachgesagt. Außerdem wirkt es vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen. (Artikel folgt)

Auch wenn es eine Möglichkeit ist, ist es nicht die beste Möglichkeit, wie sie angepriesen wird. Olivenöl enthält mehr MUFAs (73%) und weniger als halb so viele PUFAs (11%) und wäre nach dieser Argumentation das bessere Öl zum Braten.

 

Was gibt es noch über Rapsöl zu sagen?

PUFAs

Die vorherrschende Omega-3-Säure im Rapsöl ist die Alpha-Linolensäure (ALA). Damit diese in unserem Körper ihre Wirkung als Strukturbaustein oder Hormon entfalten kann, muss sie in die Säuren EPA oder DHA umgewandelt werden. Diese Umwandlung erfolgt aber nur mit einer Erfolgsquote von 6% bei EPA and 3.8% bei DHA. [11][12]Es wäre also besser, direkt EPA oder DHA, welche in tierischen Fetten vorkommen, zu essen. Also lieber viele Bio-Eier und fetten Fisch (100g Wildfang-Lachs enthalten 2g Omega-3, 100g Aquakultur-Lachs 2,5g Omega-3) essen statt Rapsöl, wenn man von Omega-3-Fetten profitieren möchte. Außerdem: Auch wenn PUFAs für den menschlichen Körper essentiell sind, heißt das nicht, so viele wie möglich zu konsumieren, schon gar nicht aus pflanzlichen Quellen. Wenn man es überall hinzugibt, läuft man Gefahr, zu viele entzündungsfördernde Omega-6-Fette zu chef-pouring-olive-oil-on-a-saladkonsumieren.

Nährstoffe

Rapsöl ist, verglichen mit anderen Ölen und Fetten zum Kochen, relativ arm an Nährstoffen. Verglichen mit Olivenöl enthält es etwas mehr Vitamin E & K, verglichen mit Butter, das ein breiteres Spektrum an Vitaminen und Mineralstoffen enthält, steht es eher schlecht da [13]. Außerdem enthält es in etwa genauso viel Vitamin E wie Leinöl [14], dank der besseren Fettsäurezusammensetzung würde ich auch hier Leinöl als kalte Variante bevorzugen.

 Frittierfett

Rapsöl ist mit Sonnenblumenöl und Sojaöl das beliebteste Öl zum Frittieren. Warum? Weil es so unschlagbar billig ist, und nach dem Frittieren (bzw. nach einem/mehreren Tagen) wird das Öl weggeschüttet. fries in oilWirtschaftlich gesehen also nachvollziehbar. Gesundheitsphysiologisch gesehen ein Desaster, da die PUFAs in hohem Maße zu künstlichen Transfetten reagieren. In dem Sinne ist Rapsöl also eher ein Wegwerfprodukt. Die Menschen haben ihre Gründe, dieses Billigprodukt zum Frittieren zu benutzen.

 

 Gibt es noch andere Argumente für Rapsöl?

– Klar, wenn man sie sucht, findet man auch welche. Ich behaupte ja auch nicht, dass Rapsöl ein katastrophal schlechtes Öl ist, nur, dass es bessere und gesündere Alternativen gibt. Es bringt zum Bleistift Vorteile gegen hohe Cholesterinspiegel [15] oder erhöht in mancher Studie die Blutfettwerte im Vergleich zu Milchfett [16]. Aufgrund der Inhaltsstoffe sind diese Vorteile aber bei meinen genannten Alternativen besser einzustufen als bei Rapsöl.

 

Antinährstoffe

Die moderne Rapspflanze wurde dahingehend gezüchtet, möglichst wenig der genannten (letzter Artikel, Link s.o.) Gefahrstoffe zu enthalten. Mit Sicherheit enthält diese Pflanze, für dessen Verzehr der Mensch nicht gemacht ist, sicherlich noch andere Antinährstoffe/Toxine, die ich in meiner kurzen Recherche noch nicht gefunden habe. Wenn ihr da gute Quellen für mich hättet, wäre ich euch sehr dankbar.

 

Ist Rapsöl paleo?

Auf diese Frage haben sicher auch einige von euch gewartet 🙂

Bei Rapsöl ist das etwas knifflig. Die einfachste Regel bzw. Überlegung, ob etwas paleo ist, ist folgende:

„Ist es, wenn man es in freier Wildbahn findet, gefahrlos und bedenkenlos essbar?“ 

Pro:

– In freier Wildbahn ist per se bei Raps hinfällig, da diese Pflanze das Produkt vieler Züchtungen und Gentechnik ist. Also nein. Andererseits kann man argumentieren, dass das meiste Obst und Gemüse, welches wir heute kennen, das Produkt jahrtausendealter Züchtung ist. In dem Sinne also ein ja. Ja, was denn nun?

– Rapsöl kann, wie natives Olivenöl, aus Kaltpressung gewonnen und sofort verzehrt werden. Es enthält dann anscheinend (sonst könnten wir es nicht essen) keine nennenswerten Mengen an Toxinen oder anderen widerwärtigen Bitterstoffen.  In dem Sinne also auch ein ja.

Contra:

– Geht man von der ursprünglichen Raps-Pflanze aus, welche es noch bis vor 50 Jahren überall gab, ist die Antwort ein klares nein. Der Anteil gesundheitsgefährdender Stoffe (v.a. Erucasäure) ist zu hoch (s. Wikipedia)

– Ist unser Körper Rapsöl gewöhnt? Viele Produkte verzehrt man im Rahmen der Paleo-Ernährung nicht mehr, da sich unser Körper noch nicht daran angepasst hat. Rapsöl kennt unser Körper in dieser Form erst seit max. 40 Jahren Jahren. Also nein.

– Die Pflanze ist massiv und erst kürzlich gezüchtet und gentechnisch verändert worden. Mit Natürlichkeit hat Rapsöl nicht viel zu tun. Es ist eher ein Produkt moderner Wissenschaft. Das widerspricht aber klar den Richtlinien der Paleo-Ernährung.

 

Zusammenfassend muss man sagen, dass die moderne, gezüchtete und gentechnisch veränderte Rapspflanze per definitio paleo ist. Allerdings entkräftigt das der Zusatz „modern und gentechnisch verändert“, da unser Körper streng genommen dieses Nahrungsmittel nicht gewöhnt ist (noch weniger als Zucker). Von daher würde ich als Paleo-Anhänger vom Verzehr von Rapsöl abraten. [Auch wenn es bei genauer Betrachtung sowohl paleo als auch nicht-paleo ist, man kann beide Seiten argumentieren]

 

Fazit:

Rapsöl ist aus meiner Sicht ein hochgradig überschätztes Öl zum Kochen. Es steht in allen Argumenten, die dafür sprechen sollen, anderen Ölen nach. Zur kalten Verwendung empfehle ich Leinöl oder Olivenöl, da bessere Fettsäurenzusammensetzung, und zum Braten, wenn schon Öl, dann doch lieber Olivenöl. Das ist um einiges hitzeresistenter. Oder gleich Kokosfett oder Ghee (Butterschmalz), wenn es länger dauern soll. Es ist an sich kein schlechtes Öl (wie z.B. Sonnenblumenöl oder Distelöl), aber auch kein sehr gutes (da es bessere Alternativen gibt).

Es steckt allerdings eine große Lobby dahinter, die es vermarkten will, da Raps ein Produkt mit hoher Gewinnspanne und hohem Umsatz bei wenig Platzaufwand ist. Das Wirtschaftliche solltet ihr dabei immer im Hintergrund behalten.

 

 

Reize setzen! (Teil 1)

Grundlage des heutigen Artikels sind einige Überlegungen (ohne wissenschaftlichen Schnickschnack), die euch helfen werden, euren Körper besser zu verstehen und mit ihm die Ziele zu erreichen, die ihr wollt.

Zunächst Basics:
1. Unser Körper/Nervensystem reagiert auf Veränderungen!
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, weil ihm Gewohnheiten Sicherheit geben und der Körper mag Gewohnheiten, weil er so Energie spart. Also hin und wieder etwas anders machen als bisher (besonders bezogen auf Bewegung und Ernährung) kann da schon Auswirkungen haben. Selbst wenn du streng Paleo lebst, irgendwann gewöhnt sich der Körper an den Paleo-Alltags-Trott und du merkst plötzlich weniger positive Veränderungen an dir. Dann ändere doch ein paar Gewohnheiten!
2. Setze Reize in die Richtung, in die du deinen Körper bringen willst!
Von nichts kommt nichts, willst du etwas verändern, musst du damit starten und dem Körper die Reize geben, die er als Auslöser braucht. Die physikalisch Versierten kennen es als Actio-Reactio (Newton). Auf einen Reiz folgt immer eine Reaktion! Nur vom Denken allein nimmt man nicht ab oder baut Muskeln auf. Durch die Reize gibst du nicht nur deinem Stoffwechsel einen Anstoß, sondern auch deinen Hormonen.

 

Um dir diese 2 Thesen zu verdeutlichen, hier ein paar Anwendungen aus meinem Alltag:

Du willst dein Immunsystem verbessern?
-Probiere es mal mit wechselwarmem Duschen, auch bekannt als Kneippen. Oder einfach nur kalt abduschen. Oder ganz kalt duschen (für die Harten unter euch). Das kurbelt den Stoffwechsel an, die Haut wird besser durchblutet, auf den kalten Reiz reagiert der Körper mit einer gesteigerten Immunabwehr. Seit ich mich kalt abdusche (seit 4 Jahren), war ich nicht mehr nennenswert krank.
-Ihr wollt Sport treiben, aber es ist kalt draußen und/oder es regnet? Egal, Schuhe anziehen, raus mit euch! Ob kurz- oder langärmelig, müsst ihr selbst einschätzen können. Ich kenne meinen Körper ganz gut und weiß, wann ich ihm im Winter zumuten kann, mit kurzen Hosen/Ärmeln joggen zu gehen. Kalt ist es nur die ersten 5min., bis der Puls und Stoffwechsel angekurbelt sind, dann ist es sogar fast angenehmer als langärmelig. Bis auf die Finger. Die bleiben kalt. Da helfen mir dünne, fingerspitzenfreie Handschuhe. Wer den ganzen Tag im Warmen sitzt, heiß duscht, im Warmen Sport treibt, hat auch kein starkes Immunsystem. Basta!

Du willst deinem Körper etwas Gutes tun?

-Lasst doch einfach mal das Frühstück ausfallen! Euer Körper bekommt nicht gleich früh die Energie/Kohlenhydate, die er gewohnt ist, und muss schauen, wo er die herbekommt. Aus den Fettreserven oder, weil ihr dann Wahrscheinlich in die Ketose geht, auch aus alten Zellen, Schlacken und Zellabfällen. So mistet ihr mal frühmorgens ein wenig aus und verwirrt euren Körper. Ihr werdet, wenn ihr das ein paar Mal gemacht habt, merken, dass es gar nicht so schlimm ist. Dabei aber wenigstens ein wenig Fett früh zu euch nehmen. Komischer Reiz, ist aber auch weiter verbreitet in der Paleo-Welt, als ihr denkt. Siehe Bulletproof-Coffee. Einfach ein Stück Butter/Kokosöl in den morgendlichen Kaffee/Tee/Kakao, von ein wenig Fett am morgen heizt ihr die Fettverbrennung weiter an und bringt die Verdauungssäfte ins Wallen. So schläft der Stoffwechsel nicht ein.

Fastet doch einfach mal ein paar Tage! Die längere Version von obigem Punkt. Fasten ist ein Heilprozess, der euch ab einem bestimmten Punkt den Hunger vergessen und wieder frei denken lässt.

Neues ausprobieren! Nicht immer die selben Lebensmittel konsumieren, probiert auch immer wieder Neues aus. So gewöhnt sich der Körper nicht an das Altbewährte, sondern lernt auch mal mit neuen Lebensmitteln, neuen chemischen Stoffen umzugehen. Das ist auch von der Genetik her interessant, da so ein breites Spektrum an Genen aktiviert wird, die der Stoffwechsel benötigt. Denn vor allem Pflanzen enthalten ein sehr breites Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen, von denen uns erst nur ein Bruchteil bekannt sind.

 

Morgen gehts weiter mit der kleinen Serie, dann werde ich die Reize auf Sport und Muskeltraining anwenden mit ein paar Beispielen. Bis dahin 🙂