Thermogenes Essen – Werde zum menschlichen Ofen!

Schönen Sonntag zusammen!

In den letzten Artikeln [Einführung][Thermogenese][Kältetraining] habe ich erklärt, wie man bei Kälte weniger friert: 

In Kürze: Um den Körper mehr Wärme erzeugen zu lassen, und um zum menschlichen Ofen zu werden, kann man auf biochemischer Ebene an vier wichtigen Punkten angreifen. Diese vier sind:fire-171229_640

  • mehr Mitochondrien pro Zelle (Mitochondrien-Biosynthese)
  • mehr Muskelmasse (verbessert so ziemlich jeden Parameter im Körper, inklusive Energieverbrauch)
  • Wachstum von braunem Fettgewebe (produziert direkt Wärme)
  • Wärmefreisetzung bei der Verdauung von Nahrung

Braunes Fettgewebe ist für den größten Teil der Thermogenese (zusammen mit den Muskelzellen) verantwortlich [1]. Die Bildung von braunen Fettzellen erfolgt aus Stamm- und Vorläuferzellen sowie weißen Fettzellen. [2]. Für diese Entwicklung sind die Master-Regulatoren PGC-1α [e], UCP1, PPARγ [2][3][4] und T3 (aktiviertes Schilddrüsenhormon)[5] verantwortlich. PGC-1α ist auch der Master-Regulator für die Neubildung von Mitochondrien.
Die Aktivierung dieser Master-Regulatoren erfolgt über Muskelanspannung (Krafttraining), Kälte [6] oder Nahrungsmittel. Auf Krafttraining gehe ich heute nicht ein, Sport sollte Teil jedes gesunden Lifestyles sein. Auf das Kältetraining bin ich im letzten Artikel eingegangen. Auf die Nahrungsmittel möchte ich heute eingehen:

 

Vorbemerkung:  Die genannten Nahrungsmittel/Nahrungsergänzungsmittel können in den Alltag integriert werden, müssen aber nicht um jeden Preis so oft und so viel wie möglich gegessen werden. Die meisten sind gesund und damit ohnehin Teil eines guten Ernährungsplanes. Vielleicht überdenkt ihr ja jetzt das ein oder andere. Vielleicht ergeben sich daraus – zusammen mit Kältetraining – auch gewisse Routinen. Routinen geben uns Sicherheit und bringen uns dem Erfolg ein Stück näher.
Die genannten Nahrungsmittel entsprechen keiner Einkaufsliste. Esst mit gesundem Menschenverstand, im Übermaß ist Alles giftig. Versucht einfach nur, das ein oder andere in den Alltag zu integrieren. Es ist ganz einfach 🙂
[Für einen Schnelldurchlauf lest einfach nur das fett gedruckte]

 

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Nahrungsmittel, die direkt das braune Fett wachsen lassen:

  • Iod: Der T3-Spiegel (aktives Schilddrüsenhormon) sollte ausgeglichen sein. Also achtet auf anständig Iod (Fisch und Meeresfrüchte) [8]. T3 ist DAS Stoffwechsel-Hormon schlechthin. Ohne guten T3-Spiegel braucht man mit den anderen Tipps erst gar nicht anfangen 🙂
  • Kaffee (enthaltenes Coffein)  [9][10]
  • Grüntee enthält eine Substanz namens EGCG, welche ebenfalls die Thermogenese erhöht [11]
  • Vitamin A (vorwiegend tierischen Ursprungs) erhöht die Fett-Oxidation und PGC-1α [12] [13]
  • Capsaicin (Chili, Pfeffer). Überraschung 😉 [14]
  • Knoblauch scheint große Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel zu haben [15]
  • R-Alpha-Liponsäure (als Nahrungsergänzungsmittel) erhöht die Thermogenese, sowie den Fett- und Kohlenhydrat-Stoffwechsel. Enorm. Das will ich euch nicht vorenthalten [16][17][18][19]
  • Cissus Quadrangularis (kurz CQ), eine indische Kakteenart, erhöht den Kohlenhydrat-Stoffwechsel beträchtlich (manche Schlüsselenzyme um das Doppelte) [20]
  • Die Aminosäure Arginin verbessert Insulinsensitivität, Blutdruck, Stoffwechselrate, Fettwerte und Erhöhung des Hormons Adiponectin [21], welches bei Übergewicht zu niedrig ist [22]. Außerdem erhöht es die Protein-Biosynthese und die Entwicklung von braunem Fettgewebe [23]. Die beschriebenen Effekte geschehen über Stimulation des eNOS-Signalweges, an dessen Ende wieder PGC-1α steht.
  • Den selben Effekt wie bei Arginin kann man auch mit roter Beete, Spinat und anderen Nitrat-reichen Lebensmitteln erreichen. Für mich lässt sich rote Beete und Spinat exzellent in den Alltag integrieren.
  • Polyphenole u.a. aus Schokolade, Tee, Obst, Rotwein erhöhen ebenfalls PGC-1α über eNOS [24]
  • Flavanole aus Kakao erhöhen über erhöhte Katecholamin-Freisetzung (hauptsächlich Noradrenalin) die Thermogenese [25]
  • Sesam erhöht PGC-1α über eNOS [26]
  • Taurin erhöht PGC-1α, hat aber auch verschiedenste Wirkungen auf den Glucose/Insulin-Haushalt. Nur Fortgeschrittenen zu empfehlen! [27]
  • Kampfer erhöht die Thermogenese und somit den Energieverbrauch [28], genau wie Menthol [29]. Das ist ein Grund, warum Pferdebalsam so gut funktioniert: Es erhöht die Temperatur (via Thermogenese) bei Auftragen des Balsams und regt damit die Wundheilung (geprellte Muskeln, Knochen, Gelenke) an.
  • Wasser erhöht die Thermogenese (die Kälte gibt den Reiz) [30]

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Außerdem wichtig:

  • Nahrungsproteine erhöhen die Thermogenese-Leistung des Körpers bei der Verstoffwechslung der Proteine (bis zu 25% der Kalorien von Proteinen gehen beim Verstoffwechseln verloren [31]
  • Gluten und Soja-Protein sabotieren den Fett-Stoffwechsel [32] und die Thermogenese [33]

 

Interaktion mit den Master-Regulatoren und somit Thermogenese-Erhöhung (die Wirkungsstärke ist jedoch noch nicht bekannt): [34]

  • Ingwer
  • Ginseng
  • Mariuhana (nein ich werbe nicht dafür, ich weise darauf hin 😉 )
  • Evodia (ostasiatische Blütenpflanze)
  • Zimt
  • Senföle (u.a. in Senf und Rucola)
  • Ethanol (Allohol)
  • Resinifera (Marokkanische Wüstenpflanze)

 

Übrigens: Ein weiterer Weg, die Entstehung von braunem Fettgewebe zu unterstützen, ist, weißes Fett zu verlieren, sprich ein paar Kilo abzuspecken. Braunes Fett korreliert invers mit weißem Fett, also weniger weißes Fett (=Bauchspeck) begünstigt das Wachstum von braunem Fett. [7]

 

Ich konnte sicher nur einen kleinen Teil von dem abdecken, was die Thermogenese in unserem Körper wirklich beeinflusst. Viel muss noch erforscht werden. Vieles muss noch entdeckt werden (auch in der Literatur) 🙂

Meine Frage an euch: Habt ihr Erfahrungen mit einigen genannten Nahrungsmitteln gesammelt oder möchtet noch etwas ergänzen? Schreibt es mir 🙂

 

 

Photocredits:

https ://pixabay.com/de/feuer-holzbrand-flammen-brennen-171229/

https ://pixabay.com/de/grillen-fleisch-grill-feuer-123668/

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Weniger frieren durch Kältetraining – hier ein paar Methoden

Wie in den letzten zwei Artikeln [klick][klock] angekündigt, werde ich ein paar Tipps geben, wie man frostfrei über den Winter kommt, also insgesamt weniger friert und so das Wohlbefinden steigert. Insgesamt gibt es wohl an die 10.000 Wege, den Körper dazu zu bringen, mehr Wärme zu produzieren. Im Zentrum steht dabei immer die Thermogenese (Wärmeerzeugung durch den Körper) – je mehr Thermogenese, desto weniger Frieren (vereinfacht gesagt).

Ich werde mich hier mit den wichtigsten Strategien beschäftigen:

Um die Thermogenese zu steigern, gibt es drei Strategien: [1]

    • Kälte
    • Essen
    • Sport [2]

 

Heute beschäftige ich mich mit der Kälte.

Die zitterfreie Thermogenese wird durch ein paar wenige Proteine – aktiviert durch Hormone und biochemische Signalwege [3] – reguliert:

  • PGC-1α, UCP1, FOXO-1, Irisin, PPAR-γ

Auf die Rolle des Essens komme ich noch zurück.

Kälte ist also ein wichtiger Faktor, um den Körper indirekt zu zwingen, mehr Wärme zu produzieren – eigentlich logisch. Dies erfolgt über die Rekrutierung von braunem Fettgewebe und neuen Mitochondrien in euren Körperzellen.

Doch wie lässt sich das mit dem alltäglichen Leben vereinbaren?

 

Milde Kälte

Mit milder Kälte kann sich der Körper langsam an Kälte gewöhnen und braunes Fett sowie Mitochondrien „wachsen lassen“. Einige für mich sehr hilfreiche Tipps:

  • wenn ihr draußen unterwegs seid, zieht euch ein klein wenig dünner an, als ihr es normal würdet. So, dass ihr ein klein wenig friert, ohne dass es unangenehm ist.
  • seid ihr draußen und zu kalt angezogen, bleibt in Bewegung! Lauft einen Schritt schneller, oder, wenn ihr stehen müsst, bleibt trotzdem in Bewegung (auf der Stelle tippeln, wippen, …)
  • dreht die Heizung im Haus nicht voll auf! Versucht, die Temperatur bei 18-19°C einzupendeln. Das ist gerade warum genug, um nicht unangenehm zu sein.
  • lauft zu Hause tagsüber ruhig mal in kurzen Hosen und T-Shirt herum (warme Socken trotzdem Pflicht 😉 )
  • schlaft nachts in Unterwäsche und offenem Fenster – so lernt der Körper, auch nachtsüber die Körperwärme natürlich zu regulieren, ohne von dicken Schlafanzügen gestört zu werden
  • nach dem Duschen: kalt abspülen! Je kälter, desto besser
  • Beim Sport an der frischen Luft immer so dünn wie möglich anziehen, ohne, dass es unangenehm ist

Niemals vergessen: Gefährdet nicht eure Gesundheit! Wenn ihr euch unwohl fühlt oder Angst habt, sofort krank werden zu können, dann schaltet einen Gang zurück. Ein gut funktionierendes Immunsystem ist eine gute Grundlage, wird aber durch die Kälte auch sehr gut trainiert. Also immer auch den gesunden Menschenverstand walten lassen und nicht vergessen, dass unser Körper von Natur aus sehr robust ist!

 

Extreme Kälte

Einige Tipps für die Fortgeschrittenen, Mutigen, und Robusten hier, unter die ich mich auch zähle. Und auch hier wieder: Langsames Angewöhnen, um die Gesundheit nicht zu gefährden! Nichtsdestotrotz sind diese Methoden äußerst wirkungsvoll:

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Eisbaden in der Badewanne:

  • Dreht den Wasserhahn auf maximale Kälte und lasst die Badewanne gerade so voll laufen, dass ihr, wenn ihr euch hinlegt, komplett unter Wasser seid (außer dem Kopf). Bei meiner Wanne sind das genau 100l (kostet dann 16ct Wasser).
  • Wenn genug Wasser in der Wanne ist, setzt euch zuerst 10min. hinein (Idealfall: Wasser bis zum Bauchnabel).
  • Danach legt euch 5min. komplett hinein, lasst aber die Hände noch draußen
  • Die letzten 5min. legt auch die Hände mit ins Wasser
  • Gesamtbadezeit: 20min.
  • Hinterher heiß abduschen, in Bewegung bleiben, heißen Tee trinken und was Heißes essen, in eine Decke einwickeln! 20120510120420-Ice Baths
  • Die hier angegebenen Badezeiten sind im Endzustand erreicht. Fangt am besten mit 10min. Gesamtbadezeit an und steigert euch langsam
  • Die ersten zwei Male sind höllisch kalt, aber ihr gewöhnt euch daran (mache es selber schon länger und es wird jeden Tag besser)
  • Nehmt euch was zu lesen mit in die Wanne, um euch abzulenken
  • Wenn ihr Schüttelfrost in der Wanne bekommt, spannt euren kompletten Körper an. Die Muskeln vertreiben dann die Kälte
  • Wenn ihr an die 10°C in der Wanne gewöhnt seid und noch Steigerungspotenzial seht, dann legt euch einen Beutel Eis mit in die Wanne, um das Wasser bis auf 4-5°C abzukühlen
  • trinkt vorher ruhig einen Kaffee, um die Thermogenese auch auf diesem Wege in Schwung zu bekommen

Diese Methode ist die effektivste, aber auch die härteste. Sie ist auch nützlich, um abzunehmen, da in der kurzen Zeit extrem viel Energie verbrannt wird.

 

Alternative zur Badewanne: 

  • legt euch ein Handtuch in den Nacken und dort einen Eisbeutel drauf. 20min. sollten reichen. Das stimuliert das braune Fettgewebe im Nacken und oberen Schulterbereich. eisbeutelDiese Methode ist sanfter als das Eisbaden und erspart euch Schüttelfrost, ist aber auch ineffektiver (nur ca. 60% der Resultate im Vgl.)

 

Sport in der Kälte – die sanfte Methode:

  • Zieht euch sportgerecht an. Wenn es kalt ist, ruhig mehrere Lagen (wenn es sein muss auch Schal, Handschuhe, Thermojacke, …)
  • Wenn ihr warmgelaufen seid (nach 10-15min.) und beginnt, zu schwitzen, zieht euch langsam aus, bis es kühl, aber nicht zu kalt ist.
  • immer in Bewegung bleiben, um nicht auszukühlen! Wenn ihr doch mal stehen bleibt, zieht euch sofort wieder an, um nicht krank zu werden!
Kara Roy (black jacket) and Jennifer Lee (blue jacket) run down Mountain Avenue in a snowstorm.

Copyright: Freeletics

 

Sport in der Kälte – die harte Methode: (damit am besten im Oktober starten)

  • zieht euch kurze Sachen an (T-shirt, kurze Hose). Handschuhe und Schal nur, wenn es wirklich kalt ist oder, wenn ihr anfangs keine Erkältung riskieren wollt
  • Macht einen großen Satz Liegestütze/Burpees/Kniebeuge/alles zusammen, bevor ihr nach draußen geht, um die Muskeln ein wenig aufzuwärmen
  • fangt draußen sofort an, zu laufen und hört erst auf, wenn ihr 100m vom Ziel (zuhause) entfernt seid, nicht früher! (Um Erkältung vorzubeugen)
  • geht regelmäßig laufen und zieht es durch, so lange ihr könnt! Es wird nach und nach kälter und euer Körper wird sich daran anpassen. Ich habe die letzten Jahre gemerkt, dass ich bis knapp unter 0°C kurzärmelig laufen gehen kann. Kälter als -2°C wird es zu extrem, kälter als -6°C riskiert man ohne Schal und Nasenatmung eine Lungenentzündung. Was darüber liegt, ist durch effektives Training aber machbar.

 

Sport in der Kälte ziehe ich seit einigen Jahren konsequent durch. In den letzten 4 Jahren war ich nicht nennenswert krank (Vorsicht vor Ursache-Wirkung: War ich nicht krank trotz oder wegen dem Kältetraining? 😉 )

Mit den hier aufgeführten Tipps könnt ihr einiges erreichen. Je mehr ihr umsetzt, desto besser für die Thermogenese. Fangt besser jetzt schon an, damit ihr ab Dezember thermogenetisch fit seid. Ihr werdet dadurch eurem Immunsystem einen großen Schub geben und auch weniger krank sein dadurch. Schöner Nebeneffekt des Kältetrainings: Euer Testosteron (Männer) wird erhöht und die Fettverbrennung angekurbelt 🙂

Frage an euch: Betreibt ihr gezielt Kältetraining? Was für Methoden wendet ihr an? Wie viel Überwindung kostet euch das? Freue mich über Kommentare 🙂

Photo credits:

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Fazit nach 3 Jahren – was bedeutet Paleo für mich?

Servus miteinander 🙂

vor etwas mehr als 3 Jahren bin ich (damals noch in Australien unterwegs) auf Paleosophie und Urgeschmack gestoßen und, weil es mich auf Anhieb überzeugt hat, und ich merkte, dass ich unbewusst schon immer in diese Richtung gegangen bin (ernährungstechnisch), wollte ich Paleo ausprobieren. 3 Jahre später – ein Fazit:

– ich bin nie krank (nicht mal ansatzweise)

– kein Heuschnupfen mehr (früher Dauerpatient von cetirizin)

– besserer Schlaf (komme auch mit weniger Schlaf aus)

– mehr Leistung (sowohl im Sport als auch in der Uni – als ob mein Körper endlich das tankt, was er schon immer wollte, und so maximale Leistung bringen kann)

– mehr Ausdauer und Durchhaltevermögen (war v.a. im Biochemie-Studium unglaublich wichtig)

– steter Muskelaufbau (soll mal einer behaupten Paleo und Bodybuilding vertragen sich nicht)

– gesunde Haut und knochen

– top Blutwerte (selbst der Arzt war überrascht): Artikel zu Blutfettwerte und Nierenwerte

 

Diese Liste könnte endlos weiter gehen, aber das waren die wichtigsten Fakten. Wie meine Ernährung und Sport aussieht, könnt ihr hier nachlesen.

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Was bedeutet Paleo für mich?

Für mich hat es 2 Seiten: Die (ideo)logische Seite und die wissenschaftliche Seite.

 

Die (ideo)-logische Seite: Es ergibt für mich und viele Andere einfach Sinn, wie pro Paleo argumentiert wird:

– Der Mensch ist eher an das Steinzeitfutter als an moderne Ernährung angepasst (welche zu 72% aus Nahrung besteht, die unser Körper nicht gewöhnt ist oder nur wenig bis keine Nährstoffe enthält, wie Getreide, Zucker, Speiseöle, Milchprodukte [1]

– Genetisch ist unser Stoffwechsel eher an 3 Mio. Jahre prä-neolithische Kost (vor Beginn des Ackerbaus) als an 10.000 Jahre Getreide- und Milchkonsum angepasst (natürlich verändert sich der Körper mit veränderter Nahrung, aber nur langsam)

– Essen, was man jagen und sammeln konnte, anstatt verarbeiteter und nährstoffarmer Industrienahrung

 

Aber leider ziehen solche Argumente meines Erachtens zahlreiche Gegenargumente/Kritikpunkte nach sich wie:

– Der Mensch hat sich in 10.000 Jahren sehr wohl an neuzeitliches Essen angepasst, da wir z.B. Stärke immer besser spalten können (durch aktivere Gene und Enzyme) und auch im Erwachsenenalter noch Laktose vertragen

– Es gab keine Steinzeiternährung in dem Sinne, da es überall auf der Erde ein anderes Nahrungsangebot gab

– Das Essen damals und heute kann man nicht vergleichen (alles in „Bio-Qualität“,Obst und Gemüse wesentlich kleiner, nährstoffärmer und schlechter verdaulich als heute)

– und noch mehr logische Gegenargumente

 

Paleo ist ein Konzept.

Ein Konzept, das stark vereinfacht ist, das man sich einfach merken und umsetzen kann, und das trotz seiner Einfachheit erstaunlich viele wissenschaftliche Fakten vereint. Ich bin immer wieder überrascht, dass die Wissenschaft immer wieder aufs selbe hinausläuft: Ernähre dich so natürlich  und vielseitig wie möglich!! (die gleich genannten Ernährungsempfehlungen). Das Konzept „Essen, was man jagen und sammeln kann, und viel Sport an der frischen Luft  ist primitiv, ja, und bietet Angriffsfläche für viele Gegenargumente, ja, ist aber leicht umzusetzen und sehr, sehr effektiv.

 

Wegen der Gegenargumente aber argumentiere ich pro Paleo nicht gerne von der (ideo)logischen Seite, sondern von der wissenschaftlichen. Wenn man sich in die wissenschaftliche Literatur einliest und die biochemischen Basics zur Ernährung versteht, und kritisch hinterfragt, was er liest und hört, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen, wird immer wieder in die selbe Richtung gedrängt.

Diese Richtung gibt einige Anhaltspunkte, wie eine ideale Ernährung aussehen sollte. Diese Anhaltspunkte decken sich übrigens (wenigstens teilweise) mit vielen anderen Ernährungsformen, allerdings ist v.a. die Ideologie bei Paleo eine andere: 

viel Obst und Gemüse: saisonal, regional, vielseitig

Fleisch, Fisch , Eier: möglichst unbelastet, nachhaltig, frisch, unverarbeitet

Nüsse und Samen in kleinen Mengen

keine Speiseöle (Rapsöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl), stattdessen stabile Kochfette (Olivenöl, Ghee , Kokosfett)

wenig Getreide und Hülsenfrüchte (dieser Punkt deckt sich vergleichsweise wenig mit anderen Ernährungsformen)

– Bier und Wein selten

– wenig Zucker

– keine verarbeiteten Nahrungsmittel

– Milchprodukte am besten nur fermentiert oder roh und auch nur, wenn man sie gut verträgt. Selbst dann aber nur in kleinen Mengen20150512_200109

– zusammengefasst: Ernähre dich so natürlich  und vielseitig wie möglich, mit unverarbeiteten Nahrungsmitteln. In diesem einen Satz stecken mit die meisten und besten Ernährungstipps überhaupt

(etwas ausführlicher s. die 12 Richtlinien der Paleo-ErnährungTeil 1 und Teil 2)

 

Was bringt einem so eine Ernährung? (Biochemie)

Maximum an lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitamine , Mineralstoffe, hochwertiges Eiweiß, essentielle Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, stoffwechselfördernde Stoffe aus Tieren und Ballaststoffe

Minimum an potentiell schädlichen Stoffen aus Pflanzen: z.B. Antinährstoffe wie Phytinsäure, Gluten, Lektine, Proteaseinhibitoren, Zucker, Alkohol, zuviele Omega-6-Fette

– Minimum an potentiell schädlichen Stoffen aus Tieren: Schwermetalle, Abfallprodukte aus dem Stoffwechsel (wenn auf artgerechte Haltung geachtet wird), Krankheitserreger

– Minimum an potentiell schädlichen Stoffen aus der Industrie: z.B. chemische Zusatzstoffe zum Konservieren, Bleichen, Stabilisieren etc., alle Dopingmittel für Tiere wie Hormone, Antibiotika, schlechtes Kraftfutter;

– Zusammenfassend: Maximal lebenswichtige Stoffe, minimal gesundheitsschädigende Stoffe. Und das bedeutet die Paleo-Ernährung für mich: Eine biochemisch optimierte, natürliche Ernährungsform

 

Diese Argumentation entspricht schon eher meinem Bild und bietet weniger Angriffspunkte für Kritiker . Natürlich können Kritiker kommen und argumentieren, dass Gluten ja gar nicht so schlecht ist und Rapsöl ja eigentlich ganz gesund, allerdings kann man hier viel besser argumentieren, weil einem die wissenschaftliche Literatur und unzählige Studien den Rücken stärken. Die Grundlage ist eine ganz andere und sehr viel stabiler als die ideologische Argumentation.

 

 

Aber Paleo ist mehr als nur Ernährung. Es ist ein Lifestyle. Viele reduzieren Paleo einfach nur auf Fleisch, Fleisch, Fleisch. Oder einfach nur aufs Essen. Das ist falsch. Ein Lifestyle versucht, alle Aspekte eines gesunden Lebens abzudecken. Hier zeigt sich mal wieder, dass wir nicht versuchen, unsere Freunde aus der Steinzeit zu imitieren, sondern von ihnen zu lernen. Zu vergleichen, wie man damals gelebt hat, um zu verstehen, warum wir heute unter so vielen gesundheitlichen Problemen leiden.

Was also bedeutet dieser Lifestyle noch für mich?

SPORT!!! Ganz wichtiger Aspekt meines Lebens. Täglich Sport. Kraftsport. Ausdauersport. Kampfsport. Ballsport. Alles. Hauptsache bewegen. Hauptsache, seinen Hintern vom Stuhl hoch bekommen. Am besten an der frischen Luft . Sport und Ernährung müssen immer Hand in Hand gehen, egal, welche Ziele man verfolgt. Das eine funktioniert nicht ohne das andere.

frische Luft: Wir sind nicht dazu gemacht, 24h täglich in geschlossenen Räumen zu verbringen. Frische Luft hat viele fördernde Effekte  auf unsere Stimmung und unseren Körper. Außerdem kommen wir so spielerisch leicht an genug …

Sonne: Vitamin D-Mangel (um nur ein Bsp zu nennen) ist weit verbreitet in unserer Gesellschaft. Wer genug an der frischen Luft ist, hat hier nichts zu befürchten. Außerdem macht Sonne glücklich.

Genug und guter Schlaf: Abends zur Ruhe kommen und gut schlafen ist unheimlich wichtig für uns und sollte nicht unterschätzt werden. Als Faustregel gilt 7-8h pro Nacht oder, bis man von alleine aufwacht und sich ausgeruht fühlt. Zur Verbesserung der Schlafqualität helfen bei mir Ohrenstöpsel, offene Fenster , eine dünne Decke , wenig Kleidung und kein elektronisches Licht oder Sport ab 1h vor dem Schlafen

Sozialleben: Der Mensch ist ein Rudeltier. Damals wie heute fühlt er sich in der Gesellschaft geliebter Menschen am wohlsten. Wann immer ich die Möglichkeit habe, einen Abend unter Freunden/Familie einem Abend vor dem Fernseher/Fitnessstudio vorzuziehen, mache ich es. Ohne funktionierendes Sozialleben können Menschen nicht glücklich sein. Und damit auch nicht gesund. Basta!

Musik: Die Musik hat in der Entwicklungsgeschichte des Gehirns einen genauso wichtigen Platz wie eine Hand mit 5 Fingern. Selbst Musik zu produzieren ist eines der Grundbedürfnisse unseres Gehirns (genauso wie Abwechslung, Sex und Zucker). Probiert es aus 🙂

Sex: Selbsterklärend. Sollten Fragen bestehen, wendet euch bitte an eure Eltern oder das aufklärende Internet 😉

Kreativität: Unser Gehirn sucht ständig nach neuen Aufgaben und Herausforderungen. Wenn unser Alltag immer gleich abläuft, kann unser Gehirn nicht das Potential abrufen, das es hat. Also sucht immer wieder nach Abwechslung und neuen Aufgaben, am besten nach Hobbys, in denen ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen könnt. Geht dabei auch mal unkonventionelle Wege! Euer Gehirn wird dadurch nicht nur produktiver, ihr werdet dadurch auch zufriedener (ihr könnt es auch als Ablass-Ventil benutzen)

 

 

Ich könnte ein Buch darüber schreiben, was Paleo noch alles für mich bedeutet und was nicht. Was ich damit verbinde und für Erfahrungen gemacht habe. In diesem Artikel habe ich mir das wichtigste einfach mal von der Seele geschrieben. Reduziert Paleo nicht aufs Essen oder die Steinzeit. Seht es stattdessen als das an, was es ist:

Der gesündeste und am einfachsten zu realisierende Lebensstil, den es aus meiner Sicht gibt.

Die 12 Richtlinien der Paleo-Ernährung – Teil 2

Hallo 🙂

Hier komm Teil zwei meiner Richtlinien zu einer gesund durchgeführen Paleo-Ernährung.

Jedem bleibt es selbst überlassen, wie strikt er sich daran hält, denn es sind nur Richtlinien, keine Regeln. Richtlinien, die mir und vielen anderen in den letzten Jahren enorm geholfen haben, sei es bezüglich Sport, Gesundheit, Schlaf, Lebensgefühl oder Denkleistungen.

Diese Richtlinien sind nicht allgemeingültig, aber da moderne Wissenschaft immer mehr untermauert, was ich schon länger glaube, wird mein Kreuz auch immer breiter 🙂

 

7. Keine Angst vor Fett und fettreichen Lebensmitteln
Fett liefert lebensnotwendige (essentielle) Fettsäuren[27] und fetthaltige Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine. Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen NICHT das Risiko für Fettstoffwechselstörungen[24][25] mit der möglichen Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Meiden Sie pflanzliche, raffinierte Öle und Fette (z. B. Sonnenblumen-, Raps- und Sojaöl und daraus hergestellte Streichfette)[22][28][29] mit Ausnahme von Leinöl und Olivenöl. Achten Sie auf unsichtbares Fett, das in Fleischerzeugnissen, Milchprodukten, Gebäck und Süßwaren sowie in Fast-Food und Fertigprodukten meist enthalten ist. Mindestens 60 – 80 Gramm Fett pro Tag sind zur optimalen Gesundheit täglich ein guter Richtwert.

 

Abbildung 1 zeigt die Verbindung zwischen den Low-Fat-Richtlinien in den USA und der sich stark ausbreitenden Übergewichts-Epidemie. Fett ist nicht das Problem!!

Abbildung 2 zeigt , welche Öle und Fette von der Fettzusammensetzung gut zum Kochen geeignet sind. Der Anteil an gesättigten und einfach ungesättigten Fetten sollte dabei möglichst hoch sein (Kokosfett, Butter, Olivenöl). Zur kalten Verwendung nehmt am besten Fette mit viel Omega-3-Fettsäuren und einfach ungesättigten Fettsäuren (wie Leinöl oder Olivenöl)

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8. Zucker und Salz in Maßen, reichlich Gewürze und Kräuter
Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z. B. Glucosesirup) hergestellt wurden, nur selten [30][31][32]. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen, diese enthalten reichlich sekundäre Pflanzenstoffe und haben positive Wirkungen auf den Stoffwechsel, und Salz. Wenn Sie kein mit Iod und Fluor angereichertes Salz verwenden, achten Sie auf ausreichenden Verzehr von Seefisch.

 

 

9. Reichlich Flüssigkeit
Wasser ist lebensnotwendig. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und energiearme Getränke. Trinken Sie zuckergesüßte Getränke nur selten. Diese sind energiereich und können bei gesteigerter Zufuhr die Entstehung von Übergewicht und Karies fördern. Alkoholische Getränke sollten wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen konsumiert werden. Trinken Sie reichlich ungesüßte Kräutertees, grünen und schwarzen Tee sowie schwarzen Kaffee.

 

 

 

10. Schlaf und frische Luft130.716
Achten Sie auf ausreichend guten Schlaf (mindestens 7 Stunden pro Nacht) und frische Luft, um Ihren Körper und Geist fit zu halten. Schlaf ist nötig, damit sich Ihr Körper regeneriert und Erlebtes verarbeitet.

 

11. Sich Zeit nehmen und genießen
Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und essen Sie nicht nebenbei. Lassen Sie sich Zeit, das fördert Ihr Sättigungsempfinden. Essen Sie, wenn möglich, in guter Gesellschaft – gemeinsam erlebtes Essen erhöht die Kreativität bei der Zubereitung und den Genuss.

 

12. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
Vollwertige Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport (mindestens 30 – 60 Minuten pro Tag) gehören zusammen und helfen Ihnen dabei, Ihr Gewicht zu regulieren. Gehen Sie zum Beispiel öfter einmal zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Das schont auch die Umwelt und fördert Ihre Gesundheit.22352386,18950325,highRes,teaser_radfahren_gesund_dpa

Versuchen Sie, Bewegung in Ihren Alltag einzubauen: Nehmen Sie z.B. die Treppe anstatt den Aufzug, stehen öfters einmal vom Bürostuhl auf und vertreten sich die Beine.

 

 

Habe ich etwas vergessen? Bitte lasst es mich wissen!

Habe ich etwas falsch oder widersprüchlich geschrieben? Kritik ist hier sehr erwünscht! 🙂

 

 

[Photo credits:

http://authoritynutrition.com/it-aint-the-fat-people/

http://images04.asklubo.com/abend-mit-freunden.jpg/130.716

http ://www.fr-online.de/image/view/2013/3/9/22352386,18950325,highRes,teaser_radfahren_gesund_dpa.jpg

200 Liegestütze täglich – die Challenge

Neues Jahr – neue Challenge?

Richtig. Aber nicht nur, weil ein neues Jahr neue Vorsätze braucht, sondern weil ich Ziele erreichen möchte:

Fett verlieren (Muskeltraining ist essentiell, um abzunehmen, da durch den sog. „Nachbrenneffekt“ auch nach dem Sport (bis 48 Stunden danach) der Körper vermehrt Energie verbraucht und damit den Grundumsatz an Energie steigert. Durch Ganzkörperübungen wie Liegestütze kann man diesen Effekt maximieren)

Fitness und Körperbeherrschung steigern (viele Muskeln habe ich in den letzten Monaten aufgebaut, aber die Kraft ist ein wenig auf der Strecke geblieben. Was nutzen einem Muskeln ohne Kraft und Körperbeherrschung? Ganzkörperübungen mit dem eigenen Körpergewicht können hier mehr bringen, als man denkt)

Calisthenics: Beschreibt modernes Freestyle-Turnen ohne Geräte. Überall machbar, denn man benötigt nur seinen Körper. Und eine ordentliche Portion Kraft und Körperbeherrschung. Deswegen eignen sich Liegestütze (Übung mit dem Körpergewicht) zur Vorbereitung sehr gut. Für mehr Infos zu Calisthenics checkt den Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCZIIRX8rkNjVpP-oLMHpeDw oder das BestOf 2014:https://www.youtube.com/watch?v=HYPtubd6atU

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Liegestütze:

Jahrelang habe ich 50 Liegestütze jeden Abend vor dem Schlafengehen gemacht. Immer gleich. Jahrelang. Vergeudetes Potential, denn es gibt unzählige Liegestütze-Variationen, die alle (Ober)Körperbereiche trainieren. Deswegen die 200-Liegestütze-Challenge. Ich will maximale Ausbeute aus minimalem Aufwand (20 Minuten). Jeden Tag.

Die 200 mache ich natürlich nicht am Stück, sondern aufgeteilt in 10×20 Wiederholungen mit 60sec. Pause zwischendurch. In den 10 verschiedenen Übungen versuche ich möglichst viele Muskelgruppen mit einzubauen:

Immer 20 Wiederholungen erscheinen dem einen oder anderen vielleicht wenig, aber nach den 10 Übungen werdet ihr keuchend auf dem Boden liegen und euch wünschen, früher mit gutem Fitnesstraining angefangen zu haben. Und ihr werdet verdammt stolz auf euch sein! 🙂

Vorher ganz wichtig: Handgelenke aufwärmen!!

1. Burpees (trainiert alles)

2. Diamond Pushups (Trizeps und Brust)

3. Pseudo Planche Pushups (Brust und Bizeps)

4. Liegestütze mit Seitschritt (Mobilität)

5. Walking Gecko Liegestütz (Bizeps, Brust)

6. Schulter Liegestütz (Schulter + Latissimus)

7. Hindu Liegestütz (alles, besonders Bizeps)

8. Einarmige Liegestütze (Arm komplett, Brust, Bauch)

9. Explosive Liegestütze (mit Ablegen des Körpers auf den Boden, für Schultern)

10. Superman Pushups (Bauch)

Zur genauen Durchführung dieser Übungen: https://www.youtube.com/watch?v=J7-LzrmaEHA oder https://www.youtube.com/watch?v=tccdbY5xcf4

Variationen, die ich in Zukunft einbauen möchte (diese 10 Übungen oben sind nur zeitweise, der Körper gewöhnt sich schnell daran und man hat dann keine gute Progression/Fortschritt mehr : T-Liegestütz, Atomic Liegestütz, vllt Handstand-Liegestütz, Handschlag Liegestütz

Das ein Auszug aus meinem Sportprogramm. Seit 2 Wochen ziehe ich die 200 am Tag durch in der Konstellation, meine Erfahrungen:

– die ersten 3 Tage sind brutal, aber auch mit Muskelkater funktioniert es sehr gut, wenn man einmal warm ist (spätestens nach Übung 2-3)

– es gibt Tage, an denen man einfach nur im Bett bleiben will. 200 Liegestütze später fühlt man sich wie Superman

– meine Körperkraft hat sich in diesen 2 Wochen erheblich gesteigert. Obwohl ich vorher schon relativ fit war, hat sich das enorm gesteigert durch Körpergewicht-Training mit Variationen

– nach einer Woche habe ich das erste mal in meinem Leben einen Muscle-Up an der Klimmzugstange hinbekommen

– der Handstand funktioniert mittlerweile richtig gut (10 Sekunden halten), was vorher nicht geklappt hat

– wenn im Fitnessstudio, waren die 200 der Beginn des Trainings. Muskelgruppen, die mir nach den 200 Liegestützen noch nicht genug trainiert waren (wie Beine) konnte ich dann noch gezielt trainieren. Allerdings ist Fitnessstudio ergänzend eher hinderlich für die Challenge, da der Muskelkater manchmal zu heftig ist bei Beginn der 200. 200 ohne Fitnessstudio würden völlig ausreichen.

– Ergänzend zu Ketose und kalorienreduzierter Ernährung habe ich in diesen 2 Wochen 2kg Fett verloren und Kraft aufgebaut. Durch das Muskeltraining schläft der Stoffwechsel nicht ein, wenig bis gar keine Muskeln werden im Kaloriendefizit abgebaut. Allerdings ist Muskeltraining im Defizit manchmal echt hart.

– es kann, ähnlich Freeletics, extreme Überwindung erfordern, mit dem Training zu starten, wenn dir noch vom Vortag der ein oder andere Muskel weh tut. Dann heißt es: Keine Ausreden, ran ans Training!! Es dauert ja nur 20 Minuten 😉

Vorschläge für euch: Die 200 sind an meinen Fitnessstand angepasst. Wenn ihr es auch einmal ausprobieren möchtet, aber nicht einschätzen könnt, wie fit ihr seid, startet mit 10×5 Wiederholungen und 30sec. Pause. Wenn ihr merkt, das kriegt ihr gut hin, steigert euch am nächsten Tag auf z.B. 10×10 Wiederholungen. mit 10×20 bin ich sehr gut bedient. Denkt dran, ich mache sie jeden Tag. Man ist nicht jeden Tag gleich fit und ausgeruht wie am ersten Tag.

Wie es weitergeht: 2 Wochen sind rum, die Ergebnisse sprechen für sich. Ich werde versuchen, die Challenge insgesamt einen Monat durchzuziehen und ein wenig die Übungen variieren, damit es nicht langweilig ist. Besonders der Bizeps brennt seit 3 Tagen enorm, hier werde ich Übung 3 und 8 ersetzen, wenn es nicht besser wird.

Wenn der Monat rum ist, werde ich mir, unterstützend zum Calisthenics-Training, eine andere Challenge überlegen, um die Körperbeherrschung zu steigern, oder die aktuelle einfach weitermachen.

Ciao 🙂

Wie man mit TCM ganz einfach mit der Hitze klarkommt

Sommer36 Grad und es wird noch heißer … der Asphalt kocht, das Gras wird braun, alles hechelt nach Luft und alle dünsten vor sich hin… alle, bis auf Martin. Der sitzt ganz entspannt in der Sonne, ein Buch in der Hand, und wird das in 5 Stunden immer noch. Denn mit ein paar sehr einfachen Tricks, die ich aus der TCM kenne, komme ich sehr gut mit der Sonne klar.

 

 

 

Doch zuerst einmal: TCM? What the f*ck?

Mit TCM ist die traditionell-chinesische Medizin gemeint. Sie ist bei uns noch recht unbekannt, leider. Sie beruht nicht auf moderner Wissenschaft, sondern auf Erkenntnissen und Erfahrungen, die man in Fernost im Laufe der JahrTAUSENDE gesammelt hat.

Der zentrale Gedanke bei der TCM ist der der Gleichgewichte. Man kann Nahrungsmittel den 5 Elementen zuordnen (werde ich jetzt nicht), ein Essen ist erst dann vollkommen, wenn es alle 5 Elemente beinhaltet. Im Körper stehen Ying und Yang im ying_yangGleichgewicht mit Qi, der „Lebenskraft“, als Verbindung. Die Lebenskraft will man maximal halten, alles andere im Gleichgewicht. Kippt ein Gleichgewicht, wird der Körper krank.

Ying verkörpert die Kälte, Yang die Hitze. Nahrungsmitteln kann man auch Ying und Yang zuordnen, je nachdem, welche Wirkung sie auf den Körper haben. Im Winter wollen wir mehr Nahrungsmittel essen, die nach Yang-Art den Körper wärmen (scharf, Eintöpfe, Fleisch) und Ying-Nahrungsmittel meiden, im Sommer ist es andersherum: Viel Ying, wenig Yang. Ganz einfach. Doch welchen Nahrungsmitteln entspricht das?

– wichtige Ying-Nahrungsmittel für den Sommer sind: Milchprodukte, Südfrüchte, Gemüse

– wichtige Yang-Nahrungsmittel (für abends oder Winter): Kaffee, Fleisch, Fisch, Eier, Scharfes

 

Milchprodukte und Südfrüchte gilt es also zu essen. Diese wirken schleimbildend im Körper, dieser Schleim kühlt ihn von innen heraus und macht ihn in der Sonne hitzeresistenter. Im Winter ist es dieser Schleim, der uns krank macht. Und das, obwohl es aus allen Richtungen im Winter heißt, viele Südfrüchte mit viel Vitamin C zu konsumieren, um gesund zu bleiben . Aber das Gegenteil ist der Fall.

Zurück zum Sommer: Also: Bevor ihr in die Sonne geht, esst nichts Scharfes, trinkt wenig Kaffee, esst wenig Eiweiß.

– Scharfes Essen löst im Körper eine Schmerz- und Hitzereaktion aus. Auf diese Hitze reagiert der Körper mit Schweiß. Wir schwitzen noch mehr, als wir es in der Sonne ohnehin schon tun.

– Coffein aus dem Kaffee regt die Thermogenese, die Wärmebildung im Körper an. Das führt wieder zu mehr Schweiß

– Eiweiß wirkt in der Hinsicht genauso wie Coffein. Man schwitzt nur noch mehr.

Diese Nahrungsmittel solltet ihr eher abends oder einfach nach der Sonne konsumieren. Witzig, wie sich in diesen Punkten moderne Wissenschaft mit alter chinesischer Medizin trifft 🙂

 

Bevor oder während ihr in der Sonne seid, esst Südfrüchte und Milchprodukte, diese kühlen den Körper. Milchprodukte und Paleo ist so eine Sache, ich persönlich esse nur selbst fermentierte Milchprodukte, weil ich finde, dass diese eine biologische Aufwertung gegenüber der Milch darstellen.  Also in Form von Kefir und laktosefreiem Joghurt. Beides vertrage ich auch sehr gut.

Noch ein arabischer Tipp für die Sonne: Nehmt euch warmen/heißen Tee mit: So schwitzt ihr auch weniger. Oder was denkt ihr, warum man in Nahost bei 50°C  so viel Tee trinkt? Richtig, er wirkt gegen die Hitze. Verrückt, oder? Ich nehme dann ganz gern eine 1l-Thermoskanne mit Tee mit einer ganzen Zitrone mit in die Sonne. Die Zitrone wirkt noch mal erfrischender.

 

Zusätzliche Tips für den Sommer:hitze_trinken

– Bevor ihr in die Sonne geht, trinkt viel. So 500-1000ml. Dann macht euer Kreislauf nicht so schnell schlapp, wenn ihr auf einmal bei 35°C in der Sonne sitzt. Auch vor dem Sport in der Sonne einen Liter Wasser trinken (15-30min. vorher). Davon kriegt ihr keinen Wasserbauch, und der Kreislauf wird es euch danken.

– Wenn ihr vorhabt, viel zu schwitzen (z.B. vor dem Sport), denkt neben dem Wasser an etwas Salziges. Pro Stunde Sport in der Sonne schwitzt ihr bis zu einem Liter Wasser und viel Salz aus, auch das Salz sollte von irgendwo herkommen. sonst fühlt ihr euch schlapp.

– esst generell viel viel Obst und Gemüse. Euer Körper braucht vor allem die Vitamine A, C und E und die ganzen Antioxidantien, um mit der Sonne klar zu kommen. In neueren Studien hat sich Vitamin A dabei als sehr wichtig gemausert. Aber versucht dies immer zu berücksichtigen (nicht nur im Sommer, aber ganz besonders im Sommer).Hitze3

– macht keinen Schei*! Zu viel pralle Sonne ist nicht gesund, ob mit oder ohne Sport. In Australien war ich täglich bei mindestens 30°C eine Stunde joggen, wer da nicht schlapp macht, schön und gut, aber übertreibt es mit der Sonne nicht. Verlegt den Sport auf die Morgen- oder Abendstunden, so fallt ihr nicht halbtot um, wenn ihr fertig seid 😉

 

Habt ihr noch ein paar gute Tipps und Tricks, wie man mit derber Hitze klar kommt? Schreibt sie mir in die Kommentare 🙂

 

Anekdote: Paleo vs. westliche Ernährung

Heute gibt es eine kleine Anekdote, die mir neulich über den Weg gelaufen ist. Sie ist eigentlich traurig, da sie die Realität widerspiegelt. Die Veränderungen, die der Mensch seit dem Neolithikum durchmachen musste. Aber seht selbst:

devil vs godEpic Showdown – God vs. Devil

 

Am Anfang bedeckte Gott die Erde mit Brokkoli, Blumenkohl und Spinat, grüne, gelben, und roten Gemüsesorten aller Art, damit Mann und Frau lange gesund leben konnten.#

Dagegen schuf der Teufel Mövenpick und Bahlsen. Und so gewann sie jeder fünf Kilo.

Daraufhin schuf Gott den Joghurt, um der Frau jene Figur zu erhalten, die der Mann so liebte.

Und der Teufel brachte das weiße Mehl aus dem Weizen und den weißen Zucker aus der Rübe und kombinierte diese. Und die Frau änderte ihre Konfektionsgröße von 38 auf 46. Und fang an zu jammern.

Also sagte Gott: „Versuche doch mal meinen köstlich frischen Gartensalat!“

Da brachte der Teufel das Sahnedressing und den Knoblauch-Toast als Beilage für den gesunden Salat. Und die Männer und Frauen mussten ihre Gürtel nach dem Genuss um mindestens ein Loch öffnen.

Also brachte Gott die Laufschuhe, damit seine Kinder sich mehr und besser bewegen und dabei ein paar überzählige Pfunde verören.

Da erfand der Teufel das Kabelfernsehen mit Fernbedienung, damit der Mensch sich nicht mit dem Umschalten belasten müsse. Und Männer und Frauen fingen an, sich mit Jogginganzügen aus Stretch zu kleiden.

Da sorgte Gott für mageres Fleisch, damit seine Kinder weniger Kalorien verzehrten und trotzdem satt wurden.

Da schuf der Teufel McDonalds und den Cheeseburger.

Gott seufzte und schuf die vierfache Bypassoperation am Herzen.

Und der Teufel erfand die gesetzliche Krankenversicherung.

 

 

overweight-man-pouring-ketchup-on-a-hamburger

Was es mit der Krankenversicherung auf sich hat, kann jeder mal in seinem Kämmerlein als Hausaufgabe lösen. Ich erwarte bis Montag einen vierseitigen Aufsatz auf meinem Schreibtisch 😉

 

Was ist die Essenz dieser Anekdote? Der Kampf Gut gegen Böse? Dick gegen Dünn?

Warum sind wir überhaupt dick, warum dünn? Waren wir zu Beginn im Paradies alle dünn und, seit wir vom Baum der Versuchung naschten, auf immer schlechterem Wege?

 

Ich sehe eine Gegenüberstellung zweier Lebensstile:

-Einer naturnah, mit viel frischer und gesunder Nahrung, viel Sport und frischer Luft

-Einer modern und westlich, mit viel Shitfraß (Fastfood), wenig Bewegung, wenig Ahnung von gesundem Lebensstil.

evolution

Daraus resultierend (mit Beispielen) die 2 Ernährungs- und Lebensstile: Vorher – Nachher

-Zuerst gab es frisches, saftiges Gemüse. Dann kam die Nahrungsmittelindustrie. Sie verarbeitete (tötete) die Nahrung und verkaufte sie uns dennoch als gesund. Sie nahm unsere Motivation zum Kochen.

-Es gab den Joghurt, einen probiotischen Sattmacher und (verbreitete Meinung) Schön- und Schlankmacher. Dann kamen Getreideerzeugnisse und Zucker. Und mit ihnen das metabolische Syndrom.

-Es gab knackige Salate. Gesund, mit natürlichem Geschmack. Dann kamen Kräuterbaguettes, Toasts und Dressings, und der Salat verlor seine Bedeutung als gesunde und kalorienarme Hauptmahlzeit (kein Salat der Welt ist gesund, wenn er mit einem halben Kilo Mayo erstickt wird).

-Es gab Sport und Bewegung, dann kam das Fernsehen und elektronische Medien. Der Sport verlor an Bedeutung (Warum selber Sport machen, wenn man anderen dabei zusehen kann? 😀 )

– Es gab (mageres) Fleisch, der Teufel kam mit Fastfood. Mit Essen (Fleisch) hat das nichts mehr zu tun. Siehe hier

 

Natürlich ist das Ende, in dem Gott aufgibt, nur als Spaß gedacht (oder doch nicht?), er gibt es auf, den Menschen zu zeigen, wie man gesund leben kann. Der Teufel (Lobbyisten) ist ihm einfach zu mächtig auf Erden, die Menschen hören nicht mehr.

 

Diese Gegenüberstellung „Vorher – Nachher“ finde ich als begeisterter Paleo-Anhänger deshalb so gut, weil wir alle negativen Effekte, die uns der Teufel beschert hat, umkehren und vergessen können, indem wir uns wieder unserem ursprünglichen, natürlichen Lebensstil zuwenden: Mit viel Bewegung, frischer Luft und frischem und gesundem Essen, an das unser Körper gewohnt ist. 

 

Wir haben es alle selbst in der Hand.